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Weltstar mit Charakterkopf
Der Film-Bösewicht aus Mayen
Seine Schulkameraden in Mayen bekamen hie und da seine boxerischen Qualitäten zu spüren und registrierten seine Erfolge bei den Mädchen. Seinen Lehrern fiel seine Sprachbegabung auf. Und der Messdiener Mario Adorf bestach durch die schöne Aussprache der liturgischen Texte. Heute ist Mario Adorf ein Weltstar - und all die zahlreichen Begabungen haben ihm dabei geholfen, einer zu werden. Immer noch imponiert sein durchtrainierter Körper. Sein hintergründiger Charme bestrickt schon seit Jahren; - und nicht nur sein weibliches Publikum. Seine Sprachkenntnisse ermöglichen ihm, in vielen Ländern der Welt vor der Kamera zu stehen.
Allerdings wollte man Adorf seit „Nachts, wenn der Teufel kam“ vor allem als „finsteren Charakter“ sehen. Dass er schauspielerisch viel mehr zu bieten hat, zeigen Rollen wie die des Restaurantbesitzers Rossini.
Die Startbedingungen seiner Schauspielerkarriere waren für Mario Adorf nicht optimal: Alice Adorf, die ledige Mutter, und der verheiratete Vater, ein italienischer Arzt, fanden nicht zusammen. Adorfs Kindheit war von Armut und Krieg geprägt.
Dennoch hat der inzwischen mit zahllosen Auszeichnungen bedachte Künstler einmal bemerkt, dass es für ihn viele Zuhause, aber nur eine Heimat gebe. Und diese Heimat sei Mayen in der Eifel.
| Lebenslauf | |
| 8. September 1930 | Geboren in Zürich als Sohn einer allein erziehenden Mutter. Bald nach Marios Geburt Umzug nach Mayen/ Eifel. |
| ab 1950 | Studium in Mainz |
| 1953 | Umzug nach Zürich, dann nach München |
| Seit Anfang der 60er Jahre | Verheiratet mit der Schauspielerin Lis Verhoeven. |
| 1963 | Geburt der Tochter Stella Maria, heute Schauspielerin |
| 1968 | Adorf wird sesshaft in Rom |
| 1969 | Monique Faye wird Lebensgefährtin Adorfs (Zweite Heirat 1985 |
| Meilensteine | |
| 1955 bis 1962 | Ensemblemitglied der Kammerspiele München |
| 1957 | Adorf spielt den Bösewicht Lüdke in „Nachts, wenn der Teufel kam.“ (Regie: Robert Siodmak), Bundesfilmpreis |
| 1977 | Hotelmanager in „Fedora“ (Regie: Billy Wilder) |
| 1997 | Restaurantbesitzer Rossini im gleichnamigen Film (Regie: Helmut Dietl) |
| 2004 | Bundesfilmpreis für das Lebenswerk, Abschied von der Bühne |
Übrigens, wussten Sie schon...
was...
Mario Adorf antwortete, als man ihn in einem Interview auf seine vielen „Schurkenrollen“ ansprach? „Die besten Rollen sind
immer die Schurkenrollen.
dass...
Mario Adorf als Student aushilfsweise beim Bau einer Produktionshalle der Firma Schott/Mainz mitgewirkt hat? Im Jahre 2002 war er deswegen auch als Ehrengast bei einer Firmenfeier eingeladen.
dass...
Mario Adorf zwar Theaterwissenschaften, Philosophie, Psychologie, Kriminologie, Literatur, Musikgeschichte und Schauspiel studierte, aber nur letzteres Studium abschloss, weil die Berufsentscheidung für die Schauspielerei recht schnell feststand?
Orte in Rheinland-Pfalz mit Bezug zu Mario Adorf
Kandidaten mit Bezug zu Mario Adorf
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Buchtipp:
Mario Adorf
Bilder meines Lebens
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum: 2005
ISBN: 978-3-462-03620-6
Preis: 24,90 €
Letzte Änderung am: 14.08.2007, 09.05 Uhr