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Wegbereiter des Christentums
Machtmensch mit Heiligenschein
Die orthodoxe Kirche verehrt ihn als Heiligen, einige halten ihn für einen skrupellosen Machtmenschen, der Philosoph Voltaire sah in ihm einen nicht unbegabten Kriminellen : Kaiser Konstantin der Große war der erste römische Herrscher, der sich zum Christentum bekannte und ihm den Weg zur Weltreligion ebnete. Sechs Jahre lang residierte er im gallischen Trier, das unter seiner Regentschaft zur zweiten Hauptstadt des römischen Weltreichs aufstieg. Basilika, Kaiserthermen und Teile des Doms künden noch heute von der Macht Konstantins. Doch dieser Christenfreund war keinesfalls fromm und gottesfürchtig, sondern ein moralisch bedenkenloser Karrierist, der über Leichen ging: Widersacher, Mitkaiser, selbst Ehefrau und Sohn wurden auf grausame Weise beseitigt. Gleichwohl übte das Christentum auf ihn, den Gottgesandten, starke Anziehungskraft aus. Ihm imponierte der Bekennermut der Christen. Ihren Glauben, zu dem sich inzwischen jeder Zehnte seiner Untertanen bekannte, hielt er den heidnischen Kulten überlegen. Das war für ihn die ideale Religion, ein politisches Instrument, mit dem er Zukunft gestalten konnte. Mithin verfügte Konstantin das Ende der blutigen Christenverfolgung. Kurzum: Er schuf mit der Anerkennung des Christentums die Grundlage des christlichen Abendlandes.
| Lebenslauf | |
| 274 n.Ch. | Unehelich geboren als Flavius Valerius Constantius in Naissus (Nis/Serbien)Seine Eltern sind der römische Offizier Constantius Chlorus und dessen Konkubine Helena. Der Filius wird am Hof Kaiser Diokletians erzogen. |
| 307 | Eheschließung mit Fausta, Tochter des Kaisers Maximinus, in Trier |
| 326 | Konstantin lässt - unter dem Vorwurf des Ehebruchs - seinen erstgeborenen Sohn hinrichten und seine Gattin Fausta in einem überheißen Bad ersticken. |
| 22. Mai 337 | Tod Konstantins bei Nikomedia (Kleinasien). Um sich selbst auf einen Schlag seiner erdrückenden Sündenlast zu entledigen, ließ er sich auf dem Sterbebett taufen. |
| Meilensteine | |
| 25. Juli 306 | Nach seinem Sieg über die Briten bei Eburacum (York) wird Konstantin vom Heer zum Caesar ausgerufen. |
| 306 bis 312 | Konstantin regiert von Trier aus das römische Weltreich. |
| 28. Oktober 312 | Konstantin besiegt den Tyrannen Maxentius in der Schlacht an der Milvischen Brücke bei Rom. |
| 313 | Das Toleranz-Edikt von Mailand garantiert Religionsfreiheit. |
| 324 | Konstantin besiegt seinen Mitkaiser Licinius bei Adrianopel, lässt ihn hinrichten und ist Alleinherrscher. |
| 325 | Auf dem Konzil von Nicaea legt er innerchristliche Streitigkeiten bei. |
| 326 bis 330 | Konstantin lässt Byzanz unter dem Namen Konstantinopel (Istanbul) zur neuen Hauptstadt des römischen Reiches ausbauen |
Übrigens, wussten Sie schon...
dass...
Konstantin wegen seiner Eitelkeit heimlich verspottet wurde? Immerhin kreierte er eine Haarpomade.
dass...
Konstantin im Volksmund "Steifhals" genannt wurde?
dass...
Konstantin am 3. Juli 321 den Sonntag reichsweit zum offiziellen Feiertag und Ruhetag erklärte?
Orte in Rheinland-Pfalz mit Bezug zu Kaiser Konstantin
Links
Buchtipps:
Titel: Ausstellungskatalog
Konstantin der Große m. CD-ROM
Verlag: Zabern
Erscheinungsjahr: 2007
ISBN-13: 978-3-8053-3688-8
Preis: 34,90 €
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Autor: Allessandro Barbero
Titel: Karl der Grosse
Verlag: Klett-Cotta
Erscheinungsjahr: 2007
ISBN-13: 978-3-608-94030-5
Preis: 32,- €
Letzte Änderung am: 14.08.2007, 09.02 Uhr