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Kohlenpott-Kumpel vom Deutschen Eck
Tegtmeier lässt grüßen
Schwarze Kappe, schief gelegter Kopf und ein breiter Mund mit Oberlippenbart - „Woll“, das kann nur Jürgen von Manger sein. Obwohl er authentisch den Ruhrpott-Kumpel mimte, hatte der gebürtige Koblenzer die Mundart erst lernen müssen, als er mit neun Jahren nach Hagen zog. Dort begann auch seine Bühnenkarriere. Weil es ihm Spaß machte, in fremde Rollen zu schlüpfen und es außerdem mit schulfrei verbunden war, meldete er sich 1939 als Statist am Stadttheater. Auf dem Spielplan stand "Aida". Der kurzsichtige Jürgen gab auch ohne Brille auf der Bühne ein überzeugendes Debüt und landete zum Glück nicht im Orchestergraben, sondern nach Kriegsende im Ensemble der Hagener Bühne. Auch in Bochum und Gelsenkirchen überzeugte er als Charakterkomiker. Und so ganz nebenbei absolvierte er, aus Pflichtgefühl seiner Familie gegenüber, in Köln und Münster auch noch ein Jurastudium. Über die Landesgrenzen hinaus wurde von Manger jedoch als "Tegtmeier" bekannt. Die Sprech- und Denkweise der Menschen im Ruhrgebiet, die sympathischen Schwächen und Probleme des "Mannes auf der Straße" standen im Mittelpunkt seiner Geschichten. Mit "Tegtmeier" eroberte er die Kabarettbühnen und begeisterte seine Fans im Fernsehen und Hörfunk.
| Lebenslauf | |
| 6. März 1923 | Geboren in Koblenz als Spross einer alten westfälischen Juristenfamilie Sein Vater ist Staatsanwalt. |
| 1941 | Abitur in Hagen, danach Frontdienst in Russland |
| 1952 | Hochzeit mit Ruth, geb. Stanszus |
| 1954 bis 1958 | Studium der Rechts- und Staatswissenschaften an den Universitäten Köln und Münster |
| August 1985 | von Manger erleidet schweren Schlaganfall – Rückzug ins Privatleben |
| 15. März 1994 | in Herne verstorben |
| Meilensteine | |
| 1945 bis 1963 | Schauspieler an den Theatern in Hagen, Bochum und Gelsenkirchen |
| 25. März 1962 | Präsentation seiner Kunstfigur „Adolf Tegtmeier“ im NDR-Radio |
| 1966 | erschien sein Buch „Bleiben se Mensch! -Träume, Reden und Gerede des Adolf Tegtmeier“ |
| 1966 und 1967 | Goldene Schallplatten für seine Stegreifgeschichten |
| 1972 bis 1979 | „Tegtmeiers Reisen“ im ZDF |
| 1981 bis 1983 | ZDF-Reihe „Tegtmeier klärt auf“ |
| 1983 | Comeback als Bühnenschauspieler am Ernst-Deutsch-Theater in Hamburg |
| 1984 | Fernsehreihe „Tegtmeiers Trost“ |
| 1985 | Sendungen „Gift und Galle“ und „Der König als Kuli“ |
Übrigens, wussten Sie schon...
dass...
Jürgen von Manger seine Bühnenfigur “Adolf Tegtmeier” der Geistesgegenwart seines Tontechnikers zu verdanken hat?
Von Manger wirkte als Sprecher beim Radio in Hörspielen und Beiträgen für den Schulfunk mit und das fast immer zu nachtschlafender Zeit, denn die Aufnahmen konnten ja erst losgehen, wenn die Schauspieler mit ihrem Bühnenjob fertig waren. Als Jürgen von Manger eines Nachts munter vor sich hin improvisierte, drückte ein Tontechniker geistesgegenwärtig die Aufnahmetasten der Bandmaschine. "Tegtmeier" war geboren und erklärte nach der Erstausstrahlung beim NDR fortan mit Riesenerfolg die Welt aus der Perspektive der kleinen Leute im Radio und Fernsehen.
dass...
Jürgen von Manger im März 1982 als Tegtmeier mit seinem Programm „De schönste Stückskes“ im Mainzer unterhaus gastierte?
dass...
seine Darstellung des Gollum aus J. R. R. Tolkiens „Der kleine Hobbit“ in der legendären Hörspielbearbeitung des WDR aus dem Jahr 1980 bis heute Kultstatus genießt?
Orte in Rheinland-Pfalz mit Bezug zu Jürgen von Manger
Kandidaten mit Bezug zu Jürgen von Manger
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Buchtipp:
Autor: Manger, Jürgen von
Titel: Bleibense Mensch!
Verlag: Henselowsky & Boschmann
Erscheinungsdatum: 2007
ISBN: 978-3-922750-74-1
Preis: 9,90 €
Letzte Änderung am: 14.08.2007, 08.59 Uhr