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Politiker Johann Philipp Abresch (64.)

Der „Erfinder“ von Schwarzrotgold

Fahnenträger für Freiheit und Einheit

Es ist Pfingsten 1832. Mit einer schwarz-rot-goldenen Fahne in der Hand marschiert ein rothaariger Mann, der Neustadter Kaufmann Johann Philip Abresch, an der Spitze eines Festzuges hinauf zum Hambacher Schloss. Zum ersten Mal werden die Farben auf einer Flagge als Symbol für die deutsche Nation präsentiert und Abresch macht sie populär - mit großem Erfolg. Wie seine Weggenossen protestiert er gegen die politische Unterdrückung, die unter der Herrschaft des deutschen Bundes in Deutschland herrscht: Pressezensur, eingeschränkte Versammlungsfreiheit, Gesinnungsschnüffelei. Johann Philip Abresch ist kein Revoluzzer; er setzt sich lediglich für die Bürgerfreiheit ein. Auf der Fahne, die in seiner Hand weht, stehen die Worte „Deutschlands Wiedergeburt". An diesem Tag darf er auf freiem Fuß bleiben. Aber gleich danach wird von der Obrigkeit das Versammlungsverbot verschärft. Abresch unterzeichnet eine Protestschrift und wandert ins Gefängnis. So ähnlich ergeht es ihm, wie vielen seiner Gesinnungsgenossen, immer wieder. Die Vision vom mündigen Bürger ist in Deutschland noch in weiter Ferne und wird sich erst nach vielen Rückschlägen über ein Jahrhundert später erfüllen. Dafür steht bis heute die schwarz-rot-goldene Fahne des Johann Philipp Abresch.


Lebenslauf
3. März 1804Geboren in Neustadt
1819 bis 1823 Kaufmännische Lehre in Frankfurt/Main
28. Juli1835Heirat mit Anna Maria, geb. Wolf
ab 1835Berufstätigkeit als Fabrikant und Landwirt. Stadtrat in Neustadt
1861Tod in Neustadt

Meilensteine
1832Mitglied des Neustadter „Pressvereins“ und Mitveranstalter
des Hambacher Festes.
27. Mai 1832Fahnenträger der schwarz-rot-goldenen Hauptfahne an der Spitze des Festzuges beim Hambacher Fest.
1832 Gefängnis wegen der Unterzeichnung einer Protestschrift gegen Versammlungsverbot und Pressezensur.
1833Gefängnis wegen angeblicher Beamtenbeleidigung
28. Mai 1848Abresch pflanzt beim Nationalfest auf der Wolfsburg wiederum „seine“ Fahne auf.
13. November
1848
Im Reichsgesetzblatt wird Schwarz-Rot-Gold als deutsche Flagge verkündet.

Übrigens, wussten Sie schon...

dass...
Johann Philipp Abresch einmal aus Furcht vor Verhaftung im Gewand eines Priesters aus Neustadt floh?

dass...
Johann Philipp Abresch sich immer seiner Rolle als Fahnenträger beim Hambacher Fest bewusst war und gelegentlich zu seinem Namen die Bezeichnung „Faehndrich“ setzte?

dass...
Johann Philipp Abresch starb, weil er angetrunken über eine Deichsel stürzte?
Die Demokraten des Weinlandes Pfalz waren zum Teil sehr trinkfreudig. Die Umsturzversuche in der Pfalz wurden von Karl Marx einmal als „Schoppenstecherrevolution" bezeichnet.


Orte in Rheinland-Pfalz mit Bezug zu Johann Philipp Abresch

  • Hambacher Schloß

    Schauplatz des Hambacher
    Festes von 1832,
    Neustadt an der Weinstraße
     
  • Stadtmuseum Villa Böhm

    Stadtmuseum der Stadt Neustadt mit eigenem Raum für Johann Philipp Abresch. Aufbewahrungsort der Hambacher Originalfahne.
    Neustadt an der Weinstraße

Kandidaten mit Bezug zu Johann Philipp Abresch

  • Karl Marx

    Der Trierer Zeitgenosse Johann Philipp Abreschs rechnete damit, dass sich in der Pfalz ein Funke der Revolution entzünden würde. Darin hatte er sich geirrt.


  • Helmut Kohl

    Der Kanzler der Einheit, sorgte mehr als ein Jahrhundert nach Abresch durch seine Politik mit dafür, dass es nach der Spaltung Deutschlands wieder EINE schwarz-rot-goldene Fahne gab.

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Letzte Änderung am: 14.08.2007, 08.58 Uhr

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