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Erfinder des Geigerzählers
Pionier der Kernphysik
Im heraufdämmernden Atomzeitalter ist seine Erfindung ein wichtiger Meilenstein, denn in der Forschung werden dringend Messgeräte für die radioaktive Strahlung gebraucht. Menschen sind nicht in der Lage, die Strahlung wahrzunehmen. Man kann sie nur durch ihre Wirkung aufspüren. Erst der Geigerzähler macht die Strahlung hörbar oder sichtbar.
Der Physiker Johannes Wilhelm Geiger aus Neustadt an der Weinstraße arbeitete schon lange an einem Messgerät, aber erst zusammen mit seinem Assistenten Müller gelang ihm 1928 die Erfindung des Geiger-Müller´schen-Zählrohrs - kurz Geigerzähler genannt. Durch elektroakustische Verstärkung wird Gammastrahlung als Knackgeräusch hörbar gemacht. Heute ist dieses Messgerät ein Standardinstrument beim Strahlenschutz, um Menschen vor einer Strahlenbelastung zu warnen. Geiger war kein geschäftstüchtiger Mensch, ansonsten wären seine Nachkommen heute vielfache Millionäre. Er verzichtete darauf, seine Erfindung patentieren zu lassen. Vielmehr gab er ausführliche Veröffentlichungen heraus, die es jedermann ermöglichten, das Gerät nachzubauen. Er war Wissenschaftler durch und durch. Zusammen mit seinem Kollegen Karl Scheel gab Geiger das 24-bändige „Handbuch der Physik“ heraus - ein Standardwerk. Die Bedeutung seines Geigerzählers für Menschen und Umwelt im Atomzeitalter konnte Geiger nicht mehr erleben. Er starb 1945 in Potsdam.
| Lebenslauf | |
| 30. September 1882 | Geburt in Neustadt an der Weinstraße |
| 1906 | Promotion in Erlangen |
| 1912 | In Berlin, während er an der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt arbeitete, lernte er seine spätere Frau Elisabeth Heffter kennen. Mit ihr hatte Geiger drei Söhne |
| 1914 bis 1918 | Kämpft im Ersten Weltkrieg als Artillerieoffizier |
| 1943 | Geiger erkrankt an einem rheumatischen Leiden. Er kann sein Haus in Babelsberg kaum noch verlassen. |
| 24. September 1945 | stirbt in Potsdam |
| Meilensteine | |
| 1906 bis 1912 | Assistent des Nobelpreisträgers für Chemie (1908) Ernest Rutherford in Manchester, dem er bei der Entwicklung seines Atommodells half. |
| 1912 | Leiter des neuen Labors für Radiumforschung an der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt in Berlin-Charlottenburg |
| 1924 | Habilitation an der Berliner Universität mit einer Sammlung über die Reichweite von Alphateilchen |
| 1925 | Erhält einen Ruf an die Universität Kiel als Leiter des Physikalischen Instituts |
| 1926 bis 1933 | Handbuch der Physik, 24 Bände, Hans Geiger, Karl Scheel |
| bis 1928 | In Kiel entwickelt Geiger zusammen mit seinem Doktoranden Walther Müller den Geiger-Zähler. |
| 1928/1929 | Der Geiger-Zähler, der korrekt Geiger-Müller-Zählrohr heißt, wird der Öffentlichkeit vorgestellt. |
| 1936 | Direktor des Physikalischen Instituts der Technischen Hochschule Berlin Übernimmt die Redaktion der Zeitschrift für Physik |
Übrigens, wussten Sie schon...
dass...
Johannes Wilhelm Geiger eine Vorliebe für alles Britische hatte? - Ungewöhnlich für die nationalistische Kaiserzeit. Er trug sogar Knickerbocker und Karos. Hintergrund: Sechs Jahre lang hatte er in England als Assistent des Chemie-Nobelpreisträgers Ernest Rutherford geforscht und dabei wohl seine Liebe zur englischen Lebensart entdeckt.
dass...
Geiger didaktisches Talent hatte und bei seinen Studenten wegen seiner spektakulären Vorlesungen beliebt war? Sie bezeichneten sie als „Geiger-Zirkus“, weil sie so unterhaltsam waren.
Orte in Rheinland-Pfalz mit Bezug zu Johannes Wilhelm Geiger
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Letzte Änderung am: 14.08.2007, 08.56 Uhr