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Der legendäre Räuberhauptmann
Die Mär vom Robin Hood des Soonwaldes
Er ist der populärste Räuber Deutschlands und obwohl sein Tod auf dem Schafott schon 200 Jahre her ist, bleibt sein Ruf als Rebell gegen alle Obrigkeit ungebrochen. Ein Gesetzloser, einer der den verhassten französischen Besatzern in Hunsrück und Taunus so manches Schnippchen zu schlagen wusste, und der den Reichen nahm und den Armen gab; Rächer und Hallodri in einem.
Mythen, Märchen und Histörchen ranken sich schon zu Lebzeiten um den 20-jährigen und um seine Verbrecherbande, deren blutige Raubzüge und Mordtaten sechs Jahre lang die Bevölkerung in Atem hält. Seinen Kumpanen ist der Hannes weit voraus: Er ist intelligenter, gerissener, hat Manieren und ein angenehmes Äußeres, genug, dass er trotz seiner Jugend als Rädelsführer anerkannt wird. Obwohl die Banditen mit Brutalität und großer Grausamkeit vorgehen, nähren sie die Sehnsucht nach ungebundenem Leben, nach Freiheit und sozialer Gerechtigkeit. So genießt der Hannes die Sympathien der bettelarmen Hunsrücker Bauern, vor allem, weil er oft Wohlhabende oder die beneideten jüdischen Kaufleute beraubt. Bald umgibt ihn der Nimbus des Sozialrebellen, der Ruch des edlen Räubers. Die französische Besatzungsmacht weist der Schinderhannes-Bande allerdings 200 schwere Verbrechen nach. In Mainz wird der Räuberhauptmann mit seinen Kumpanen hingerichtet. 20 Köpfe fallen, der des Schinderhannes zuerst. Aber die Legende lebt.
| Lebenslauf | |
| 25. Mai 1779 | Geboren in Miehlen Rhein-Lahn-Kreis Das Geburtsdatum ist umstritten genannt werden auch 1777, 1778, 1783, Sohn des Abdeckers Johannes Bückler und der Anna Maria Bückler, geb. Schmidt |
| 1796 | Lehre beim Abdecker Nagel in Bärenbach |
| Ostern 1800 | Die Bänkelsängerin Juliana Blasius (Volksmund: Julchen Bläsius) aus Weierbach wird seine Begleiterin. |
| August 1800 | Heirat des Bückler und der Blasius |
| 31. Mai 1802 | Bückler wird in Limburg verhaftet und nach Frankfurt verbracht |
| 16. Juni 1802 | Die kaiserlichen Behörden überstellen den Bückler, seine Frau und einige Komplizen den französischen Behörden in Mainz. |
| 1. Oktober 1802 | In der Mainzer Gefangenschaft wird der Sohn des Ehepaares Blasius/Bückler, Franz Wilhelm, geboren. |
| 24. Oktober 1802 | Prozessbeginn im Kurfürstlichen Schloss zu Mainz |
| 21. November 1802 | Bückler und 19 seiner Bandenmitglieder werden enthauptet. |
| Meilensteine | |
| Um 1796 | Erste Vieh- und Lebensmitteldiebstähle |
| 1796 | Öffentliche Prügelstrafe (25 Stockhiebe) und Haft in Kirn; er bricht aus und wird steckbrieflich gesucht |
| 14. August 1799 | Nach sechs Monaten Haft gelingt ihm die Flucht aus dem Gefängnisturm zu Simmern. |
| Um 1801 | Die Bande des Schinderhannes haust auf der verfallenen Schmidtburg im Hahnenbachtal bei Kirn. |
| Dezember 1801 | Die französische Obrigkeit setzt eine Sonderkommission zur Bekämpfung der Bandenkriminalität ein. |
| Bis 1802 | Schinderhannes ist an mindestens 53 Verbrechen beteiligt, von Diebstahl über Raub bis Mord. Seine Bande begeht 211 nachgewiesene Straftaten. |
Übrigens, wussten Sie schon...
dass...
Schinderhannes seine Passagierscheine mit „Johannes durch den Wald“ unterzeichnete?
dass...
der Schinderhannes auch mit ausländischen Räuberbanden zusammenarbeitete?
Mit dem Anführer der berüchtigten Niederländer-Bande Abraham Picard überfiel er beispielsweise im Januar 1801 die Posthalterei in Würges.
dass...
Carl Zuckmayer sowohl für das Drehbuch des "Schinderhannes"-Stummfilms von 1928 als auch die Käutner-Verfilmung von 1958 verantwortlich zeichnete? 1958 wurde der Schinderhannes mit Curd Jürgens in der Hauptrolle verfilmt. Seine Frau, das Julchen, spielte Maria Schell.
Orte in Rheinland-Pfalz mit Bezug zu Johannes Bückler
Kandidaten mit Bezug zu Johannes Bückler
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Buchtipp:
Autor: Uwe Annhäuser
Titel: Schinderhannes und seine Bande
Verlag: Rhein-Mosel-Verlag
Erscheinungsjahr: 2003
ISBN-13: 978-3-89801-014-6
Preis: 15,90 €
Letzte Änderung am: 14.08.2007, 08.55 Uhr