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Politiker Dr. Heiner Geißler (21.)

Der Querdenker

Unbequemer Politiker mit viel Mut zum Widerspruch

Dr. Heiner Geißler sagte schon 1967, was er denkt . Damals wechselte er als Minister für Soziales, Gesundheit und Sport nach Rheinland-Pfalz. Heute ist er Mitglied der globalisierungskritischen Organisation Attac. Seine politischen Vorschläge für eine friedliche Weiterentwicklung der Menschheit und ein gerechteres Wirtschaftssystem finden viel Zustimmung. Christdemokrat Geißler hat als CDU-Generalsekretär Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre die sozial-liberale Bundesregierung hart attackiert. Er setzte sie wegen der Staatsverschuldung und ihrer Rentenpolitik unter Druck. Mit den Grünen, aber auch mit der SPD lieferte er sich heftige Auseinandersetzungen. Im Streit um die Nachrüstung äußerte Geißler 1983, dass ohne den Pazifismus der 30er Jahre Auschwitz überhaupt nicht möglich gewesen wäre. Besonders von Willy Brandt war er scharf kritisiert worden. Ende der 80er Jahre kämpfte Geißler für eine moderne CDU mit einem klaren „Kurs der Mitte“. Die Konflikte mit Helmut Kohl verstärkten sich. 1989 musste er das Amt des Generalsekretärs abgeben. Bis heute ist der Wahl-Pfälzer Geißler streitbar und kritisch. Er macht den Deutschen unmissverständlich klar, dass sie sich auf eine Zukunft mit Millionen Menschen anderer Herkunft und Kultur einstellen müssen.


Lebenslauf
03. März 1930Geboren in Oberndorf am Neckar
Sein Vater ist Leiter des Katasteramts in Rottweil und wird wegen seines Engagements in der Zentrumspartei während der Nazizeit mehrfach versetzt.
1949Abitur am Jesuitenkolleg in St. Blasien
1953 bis 1962 Studium der Rechtswissenschaften in Tübingen
1960Promotion zum Thema „Kriegsdienstverweigerung“
1962Geißler heiratet seine Frau Susanne, geb. Thunack.
Drei Kinder: Dominik, Michael, Nicolai.
18. Oktober 1992Schwerer Sturz beim Gleitschirmfliegen in der Nähe von Annweiler
2007„Unruhestand“ im südpfälzischen Weinort Gleisweiler.

Meilensteine
Mai 1967Minister für Soziales, Gesundheit und Sport in Rheinland-Pfalz.
Geißler setzt Akzente bei der Reform der Krankenhäuser, der Sportförderung, der Versorgung mit Kindergartenplätzen und der Gründung von Sozialstationen.
März 1977Generalsekretär der CDU. Damit wird ein „Querdenker“ und „eigenständiger Kopf“ mit Mut zum Risiko Parteistratege.
1980 bis 2002Bundestagsabgeordneter
1982 bis 1985Bundesfamilienminister für Jugend, Familie und Gesundheit
Sept. 1989Bremer CDU-Parteitag: Geißler muss sein Amt als CDU-Generalsekretär abgeben.
1994 bis 2002Mitglied des CDU-Bundesvorstands.
Mai 2007Geißler wird Mitglied der globalisierungskritischen Organisation Attac.

Übrigens, wussten Sie schon...

dass...
Dr. Heiner Geißler in Gleisweiler einen Weinberg der Lage „Gleisweiler Hölle“ besitzt? Jährlich füllt er rund 300 Flaschen für Freunde ab. Auch bei der Traubenlese ist er oft mit dabei.

dass...
Dr. Heiner Geißler Ende 1993 eine Zeit lang als Spitzenkandidat der rheinland-pfälzischen CDU für die Landtagswahl 1996 im Gespräch war? Die CDU Rheinland-Pfalz suchte nach der verlorenen Landtagswahl 1991 dringend einen prominenten Kandidaten und nicht nur in der Pfalz wurde über Heiner Geißler nachgedacht. Letztendlich entschied sich die CDU für Johannes Gerster aus Mainz.

dass...
Dr. Heiner Geißler vor seinem Jurastudium ein Philosophiestudium an der Hochschule der Jesuiten in München absolvierte? (Examen 1953)


Orte in Rheinland-Pfalz mit Bezug zu Heiner Geißler

  • Gleisweiler

    Gleisweiler ist der Wohnort von Dr. Heiner Geißler. Das malerische Dorf ist eine kleine Weinbaugemeinde mit 575 Einwohnern. Gleisweiler liegt zwischen Neustadt und Landau und ist für ein außergewöhnlich mildes Klima bekannt. Der Ort wird auch „das pfälzische Nizza“ genannt. 2005 erhielt er die Ehrenmedaille seiner Ortsgemeinde.
     

  • Mainz

    Mainzer Landtag
    Ein Mandat im Mainzer Landtag hatte Dr. Heiner Geißler von 1971 bis 1979. Zwischen 1967 und 1977 war er Sozialminister unter den Ministerpräsidenten Peter Altmeier und Helmut Kohl. Danach war er noch halbes Jahr lang Sozialminister im Kabinett von Ministerpräsident Bernhard Vogel.


Kandidaten mit Bezug zu Heiner Geißler

  • Helmut Kohl

    Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl setzte Heiner Geißler im März 1977 als CDU-Generalsekretär durch. Im Umfeld des Bremer Parteitags 1989, der als „Putsch“ - Konvent in die CDU-Geschichte einging, geriet Heiner Geißler in Opposition zu Helmut Kohl und wurde als Generalsekretär „entmachtet“. Zwischen den beiden Politikern entstand ein tiefer Riss.


  • Peter Altmeier

    Heiner Geißler übernahm im Mai 1967 im Kabinett von Ministerpräsident Altmeier das Amt des rheinland-pfälzischen Sozialministers. Diese Amt behielt auch unter dem ab Mai 1969 amtierenden Ministerpräsidenten Helmut Kohl.


  • Bernhard Vogel

    Heiner Geißler gehörte ab Dezember 1976 für ein halbes Jahr auch dem Kabinett des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Bernhard Vogel an.
    1973 galt Geißler zunächst als der aussichtsreichste Kandidat für die Nachfolge von Helmut Kohl an der Spitze der rheinland-pfälzischen CDU. Doch als neuer Landesvorsitzender setzte sich im Herbst 1974 der damalige Kultusminister Bernhard Vogel knapp gegen Heiner Geißler durch. Zwei Jahre später wurde Vogel auch Ministerpräsident.

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Buchtipp:

Autor: Geißler, Heiner
Titel: Was würde Jesus heute sagen?
Verlag: Rowohlt, Berlin
Erscheinungsdatum: 2003
ISBN: 978-3-87134-477-0
Preis: 16,90 €

Letzte Änderung am: 14.08.2007, 08.47 Uhr

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