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Virtuoser Orgelbauer aus dem Hunsrück
Gewaltige Klänge zum Lobpreis Gottes

Orgeln von Stumm: Klänge, die zwei Jahrhunderte lang aus dem Hunsrück drangen und bis heute zauberische Wirkung entfalten! 370 Orgeln verließen die Werkstatt der Stumms in Sulzbach, einem Dorf im Hahnenbachtal zwischen Mainz und Trier. Der große Orgelbauer Andreas Silbermann ermutigte den Erzvater der Dynastie, Johann Michael Stumm, das Handwerk des Orgelbauers zu erlernen. 1722 schuf er mit seinem ersten Instrument die Grundlage für ein florierendes Unternehmen, das sieben Generationen lang Bestand haben sollte und sich allerhöchster Wertschätzung erfreute. 140 Orgeln blieben erhalten: musik- und kunsthistorische Raritäten von unverwechselbarem Klang. Ihnen werden singende Prinzipalpfeifen, weiche Flöten, rauchig klingende Gedeckte und kräftige Tonzungen nachgesagt. Daneben zeichnen sich Stumm-Orgeln durch handwerkliche Gediegenheit und ein harmonisches Äußeres aus: Ihr optischer Gesamteindruck ist unverwechselbar. „Dies Orgel solle Gott allein, zu seinem Lob gewidmet sein“: so lautet die Widmung, welche die Stumms ihren Werken mit auf den Weg gaben. Um 1900 erlosch die Dynastie. Die herrlichen Hunsrücker Instrumente sind jedoch bis heute nicht verstummt.
| Lebenslauf | |
| 10. April 1683 | Johann Michael Stumm wird in Sulzbach/Hunsrück als sechstes Kind des Schmiedes Christian Stumm geboren Er absolviert drei Lehren: zum Schmied, Goldschmied und Orgelbauer. |
| 1706 | Heirat mit Eulalia Gertraude Laux |
| 1747 | Tod des Johann Michael Stumm |
| bis 1920 | Vier Söhne und weitere fünf Generationen führen den Familienbetrieb fort. |
| Meilensteine | |
| 1714 | Johann Michael Stumm gründet in Sulzbach seine eigene Orgelbau-Werkstatt. |
| 1722 | Die erste Stumm-Orgel entsteht in Münstermaifeld. Fortan werden Kirchen beider Konfessionen, Abteien, Adelshöfe und Residenz-Städte im Rheinland, der Pfalz, an der Saar und im Odenwald Kunden der Stumms. Berühmte Orgeln entstehen. |
| 1740 | in Sobernheim |
| 1748 | in der Schlosskirche in Kirchheimbolanden, „Mozartorgel“ |
| 1767 bis 1768 | in der Schlosskirche zu Meisenheim |
| 1769 | in der Koblenzer Stiftskirche St. Kastor |
| 1773 | in der Mainzer Augustinerkirche |
| 1774 bis 1782 | in der Benediktinerabtei Amorbach/Odenwald |
| 1896 | Die letzte Sulzbacher Orgel wird in Niederhosenbach aufgestellt. |
| 1920 | Die Sulzbacher Firma erlischt. |
Übrigens, wussten Sie schon...
dass...
Johann Michael Stumm durch einen Lotteriegewinn zum Orgelbauer wurde? Er hatte eine kleine Handorgel gewonnen und musste sie reparieren.
dass...
laut Johann Sebastian Bach "niemand eine wahre Orgel bauen könne, ohne eine bestimmte Gnade Gottes. Ein Stück von der Seele eines Musikers müsse in den Pfeifen eingeschlossen werden, ehe sie recht zu sprechen und zu singen anfangen könnten".
dass...
die Stumm-Orgeln unverwechselbare äußere Merkmale aufweisen? Die Spielanlage ist immer seitlich neben den Orgelpfeifen aufgestellt und auch der optische Gesamteindruck ist besonders harmonisch und typisch.
Orte in Rheinland-Pfalz mit Bezug zu Johann Michael Stumm
Links
Buchtipp:
Autor: Bösken, Franz
Titel: Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins, in 2 Bdn.
Verlag: Schott Mainz
Erscheinungsdatum: keine Angabe
ISBN: 978-3-7957-1342-3
Preis: 98,00 €
Letzte Änderung am: 14.08.2007, 08.45 Uhr