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Wissenschaftler Fritz Straßmann (52.)

Entdecker der Kernspaltung

Genie in der zweiten Reihe

Den Nobelpreis für die Entdeckung der Kernspaltung bekam 1944 zwar Otto Hahn. Aber tatsächlich war es Fritz Straßmann, sein Assistent, der im Dezember 1938 diese folgenschwere Beobachtung gemacht hatte: Ein Urankern war unter Neutronenbeschuss offenbar zerplatzt und in zwei leichtere Kerne zerfallen. Das war bis dahin unvorstellbar gewesen. Mehr noch: Beim Zerfall war eine ungeheuere Menge an Neutronenstrahlung frei geworden, die ihrerseits weitere Urankerne zerschlagen hatte. Eine Kettenreaktion – die Tür zum Atomzeitalter hatte sich geöffnet …
Fritz Straßmann konnte mit der Fehlentscheidung des Nobelkomitees (die Otto Hahn selbst einräumte) leben. Er war ohnehin ein Wissenschaftler, der lieber in Ruhe forschte, als in der Öffentlichkeit zu glänzen. Das prägte auch seinen Stil als Direktor des Mainzer Max-Planck-Instituts für Chemie, das er 1946 an der wieder gegründeten Johannes-Gutenberg-Universität übernahm. So konzentriert und so genau er in seinen Experimenten war, so frei und so unkompliziert war sein Umgang mit den Mainzer Studenten – die ihren Lehrer dafür liebten. Überhaupt hat die Mainzer Universität Straßmann viel zu verdanken. Durch sein Engagement bekam sie - als zweite Universität in Deutschland – 1967 einen eigenen Forschungsreaktor: Ein wichtiger Beitrag zu ihrer Spitzenposition in der naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung.


Lebenslauf
22. Februar 1902Geburt in Boppard. Als letztes von neun Geschwistern.
ab 1920Studium an der Technischen Hochschule Hannover: Ingenieurswissenschaft und Chemie
1938Heirat mit Dr. Maria Heckter. Sohn Martin (* 1940)
1946Wissenschaftliche und private Wahlheimat: Mainz
1957„Göttinger Manifest“, gegen die atomare Bewaffnung Deutschlands
22. April 1980Fritz Straßmann stirbt in Mainz.

Meilensteine
1929Otto Hahn holt Straßmann ans Kaiser Wilhelm-Institut nach Berlin.
Forschung zur „künstlichen Radioaktivität
1938Beobachtung der ersten Kernspaltung
1946Direktor am Mainzer Max Planck Institut für Chemie und Professor für Kernchemie an der Universität Mainz
1966Enrico-Fermi-Preis (US-Atomenergiekommission) gemeinsam mit Lise Meitner für Verdienste im Zusammenhang mit der Kernenergie
1967Einweihung des „Triga Forschungsreaktors“ an der Universität Mainz

Übrigens, wussten Sie schon...

dass...
Fritz Straßmann sein Wohnhaus möglichst nah beim Forschungs-Kernreaktor haben wollte? Er wollte der Bevölkerung damit signalisieren, dass dieser keine Gefahr darstellt.

dass...
2001 ein Asteroid nach Fritz Strassmann benannt wurde? Zur gleichen Zeit erhielt ein anderer Himmelskörper den Namen Otto Hahn.


Orte in Rheinland-Pfalz mit Bezug zu Fritz Straßmann

  • Boppard

    Geburtsort
     
  • Mainz

    Sein Institut an der Mainzer Universität,

    Grabstätte auf dem Hauptfriedhof

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Letzte Änderung am: 14.08.2007, 08.41 Uhr

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