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Der Vater der Reben
Begriff Weinbau als Wissenschaft
Scheurebe, Sieger- und Huxelrebe, Faber, Kanzler, Septimer, Würzer – das sind alles seine Kinder: Dr. Georg Scheu. Der rheinland-pfälzische Weinbau verdankt ihm viel. Er hat die Arbeit der Winzer durch wissenschaftliche Erkenntnisse erleichtert und dazu beigetragen, dass sich die Qualität der Weine deutlich verbessern konnte.
Geboren am Niederrhein, aufgewachsen in Hannover wurde er dort zunächst Gärtner, entdeckte aber während des Studiums seine Liebe zu den Reben. Im Auftrag der Landwirtschaftskammer Alzey baute er als Weinbauoberinspektor Rebschulen in Rheinhessen auf und sicherte damit den Winzern gesundes Pflanzgut. Damals eine wichtige Neuerung. Er untersuchte Krankheiten und gab seine Erfahrungen an die Winzer weiter – unter anderem in dem Standardwerk „Mein Winzerbuch“. Und daneben züchtete er eben eine Vielzahl von neuen Sorten. Es ging Scheu dabei um bessere Qualität - auch wenn diese Sorten in späteren Jahrzehnten oft nicht zur Erzeugung von Spitzenweinen genutzt wurden. Stabile Erträge durch gesunde Reben und bessere Weine durch neue Sorten waren seine Ziele. Er wollte damit den Winzern helfen, die er in Not sah, aber auch den Weintrinkern, denn immerhin waren seine ersten Eindrücke vom Wein am Rhein eher ernüchternd gewesen: “armselige Rebstöcke und harte Rheingauer Weine“.
| Lebenslauf | |
| 21. Juni 1879 | Geboren in Krefeld |
| 1900 bis 1909 | Studium an der Lehr- und Forschungsanstalt Geisenheim und am Kaiser-Wilhelm-Institut in Bromberg |
| Familie | Verheiratet, zwei Kinder |
| 2. November 1949 | Gestorben in Alzey |
| Meilensteine | |
| Ab 1909 | Leiter der Rebzuchtanstalt Alzey – der späteren Landesanstalt für Rebenzüchtung |
| 1916 | Kreuzung der Scheurebe |
| 1927 | Kreuzung der Huxelrebe |
| 1936 | Standardwerk „Mein Winzerbuch“ erscheint |
Übrigens, wussten Sie schon...
dass...
sich Scheu – wie viele seiner Kollegen – bei der Elternschaft seiner Züchtungen vertan hat?
Er glaubte, die Scheurebe sei eine Kreuzung aus Riesling und Silvaner. Doch Genanalysen haben gezeigt, dass er den Riesling wahrscheinlich mit einer Wildrebe zusammengebracht hatte.
dass...
die Scheurebe zunächst als Dr.- Wagner –Rebe zugelassen wurde?
Namenspatron war 1936 bei der Zulassung der Sorte ein Nazi-Bauernführer. Nach 1945 wurde sie wieder als Sämling 88 (ein Nummerncode des Züchters) geführt, um schließlich 1956 nach ihrem „Vater“ benannt zu werden.
dass...
etwa 4 Prozent der deutschen Rebfläche mit Rebsorten bestockt sind, die Scheu gezüchtet hat?
Orte in Rheinland-Pfalz mit Bezug zu Georg Scheu
Kandidaten mit Bezug zu Georg Scheu
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Letzte Änderung am: 14.08.2007, 08.40 Uhr