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Schriftstellerin Elisabeth Langgässer, verheiratete Hoffmann (79.)

Christliche Schriftstellerin

Zwischen Schuld und Erlösung

Langgässers Grundthema ist der Mensch in seinen widersprüchlichen Spannungsfeldern zwischen dem Guten und der Versuchung durch den Teufel, zwischen Verurteilung und Erlösung. Ihre Antwort ist religiös, der katholischen Lehre verpflichtet, und zeigt ihren Glauben an das Seelenheil. Der Roman „Das unauslöschliche Siegel“, als Synonym für die Wirkung der Taufe, ist 1946 erschienen. Das Hauptwerk der geborenen Alzeyerin, das den Sieg des Guten über das Böse und den Triumph des Glaubens feiert, wurde begeistert aufgenommen. Es fand internationale Beachtung und gilt als eines der wenigen Werke, die während des Dritten Reiches geschrieben und erst nach dem Krieg veröffentlicht werden konnten. Langgässer hatte als „Halbjüdin“ seit 1936 Schreibverbot, was einem Berufsverbot gleichkam.
In der Nachkriegszeit bis zu ihrem Tod lebte sie in der Südpfalz und feierte Erfolge, die sie mit ihrem Sprachreichtum auch als Naturlyrikerin erzielte. Danach wurde Langgässers Werk als „unpolitischer Humanismus“ kritisiert und verschwand fast vollständig aus der öffentlichen Wahrnehmung. Ihre in den 30er Jahren geschriebenen Hörspiele wurden erst in den 80er Jahren wiederentdeckt. Die Erinnerungen ihrer ältesten Tochter Cordelia, die schwer gezeichnet das KZ überlebt hatte, „Gebranntes Kind sucht Feuer“, führten 1986 zu einem erneuten Interesse für Langgässers Werk.


Lebenslauf
23. Februar 1899Geboren in Alzey als Tochter eines getauften Juden. Nach den späteren Rassengesetzen des Dritten Reiches gilt sie als „Halbjüdin“.
1929Jugend und Studienjahre in Darmstadt. Lehrerin
1931Geburt der unehelichen Tochter Cordelia: Entlassung aus dem Staatsdienst und Übersiedlung nach Berlin zu Mutter und Bruder
1935Heirat mit dem katholischen Philosophen Wilhelm Hoffmann, drei Töchter
1936Ausschluss aus der Reichsschrifttumskammer: Schreibverbot
1943Tochter Cordelia wird als Volljüdin eingestuft und nach Theresienstadt und Auschwitz deportiert. Sie überlebt.
1948Umzug nach Rheinzabern in der Südpfalz
25. Juli 1950 Langgässer verstirbt in Karlsruhe an Multipler Sklerose.

Meilensteine
1924„Wendekreis der Lämmer“ (erster Gedichtband)
1933„Proserpina“ (erster Roman)
1935Literaturpreis des Deutschen Staatsbürgerinnenverbandes für den Roman „Proserpina“. Laudator ist Alfred Döblin.
1943

Ausschluss aus der Reichsschrifttumskammer: Schreibverbot


1946„Das unauslöschliche Siegel“. Roman (Hauptwerk)
1947„Der Laubmann und die Rose“ (Gedichtband)
1950„Märkische Argonautenfahrt“ (Roman)
17. Oktober 1950Georg-Büchner-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung für ihren Roman „Das unauslöschliche Siegel“.
1986„Gebranntes Kind sucht Feuer“ von Cordelia Edvardson erscheint. Erinnerungen der ältesten Langgässer-Tochter

Übrigens, wussten Sie schon...

dass...
ein ICE der Deutschen Bahn nach Elisabeth Langgässer benannt ist? Er ging am 30. Mai 1999 an den Start.

dass...
die Stadt Alzey 1986 den Elisabeth-Langgässer-Literaturpreis in Erinnerung an die 1899 in Alzey geborene Schriftstellerin stiftete? Erste Preisträgerin war 1988 Luise Rinser. Es folgten beispielsweise Rolf Hochhuth, Ursula Krechel und Christa Wolf.

dass...
1984 die “Elisabeth-Langgässer-Gesellschaft” mit Sitz in Darmstadt gegründet wurde? Mit Publikationen und Veranstaltungen widmet sie sich dem schriftstellerischen Werk Langgässers.


Orte in Rheinland-Pfalz mit Bezug zu Elisabeth Langgässer

  • Alzey

    Geburtsort. Spiegelt sich im literarischen Werk, beispielsweise im Hauptwerk „Das unauslöschliche Siegel“.
     
  • Rheinzabern

    Wohnsitz seit dem Frühjahr 1948 bis zu ihrem Tod 1950 für die Zeit einer produktiven schriftstellerischen Schaffensphase. Seit 1999 erinnert dort eine Gedenktafel an Langgässer.

Kandidaten mit Bezug zu Elisabeth Langgässer

  • Anna Seghers

    Beide erhielten den Georg-Büchner-Preis, Seghers 1947, Langgässer 1950. Beide lebten nach dem Krieg in Berlin.


  • Carl Zuckmayer, Anna Seghers, Stefan George

    Alle wurden in Rheinhessen geboren, Zuckmayer in Nackenheim am Rhein, Seghers in Mainz und George in Büdesheim bei Bingen.

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Buchtipp:

Autor: Hans-Christian Kirsch
Titel: Elisabeth Langgässer, Literatur und Landschaft
Verlag: Leinpfad Verlag
Erscheinungsjahr: 2004
ISBN-13: 978-3-937782-13-3
Preis: 12,50 €

Letzte Änderung am: 14.08.2007, 08.35 Uhr

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