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Christliche Schriftstellerin
Zwischen Schuld und Erlösung
Langgässers Grundthema ist der Mensch in seinen widersprüchlichen Spannungsfeldern zwischen dem Guten und der Versuchung durch den Teufel, zwischen Verurteilung und Erlösung. Ihre Antwort ist religiös, der katholischen Lehre verpflichtet, und zeigt ihren Glauben an das Seelenheil. Der Roman „Das unauslöschliche Siegel“, als Synonym für die Wirkung der Taufe, ist 1946 erschienen. Das Hauptwerk der geborenen Alzeyerin, das den Sieg des Guten über das Böse und den Triumph des Glaubens feiert, wurde begeistert aufgenommen. Es fand internationale Beachtung und gilt als eines der wenigen Werke, die während des Dritten Reiches geschrieben und erst nach dem Krieg veröffentlicht werden konnten. Langgässer hatte als „Halbjüdin“ seit 1936 Schreibverbot, was einem Berufsverbot gleichkam.
In der Nachkriegszeit bis zu ihrem Tod lebte sie in der Südpfalz und feierte Erfolge, die sie mit ihrem Sprachreichtum auch als Naturlyrikerin erzielte. Danach wurde Langgässers Werk als „unpolitischer Humanismus“ kritisiert und verschwand fast vollständig aus der öffentlichen Wahrnehmung. Ihre in den 30er Jahren geschriebenen Hörspiele wurden erst in den 80er Jahren wiederentdeckt. Die Erinnerungen ihrer ältesten Tochter Cordelia, die schwer gezeichnet das KZ überlebt hatte, „Gebranntes Kind sucht Feuer“, führten 1986 zu einem erneuten Interesse für Langgässers Werk.
| Lebenslauf | |
| 23. Februar 1899 | Geboren in Alzey als Tochter eines getauften Juden. Nach den späteren Rassengesetzen des Dritten Reiches gilt sie als „Halbjüdin“. |
| 1929 | Jugend und Studienjahre in Darmstadt. Lehrerin |
| 1931 | Geburt der unehelichen Tochter Cordelia: Entlassung aus dem Staatsdienst und Übersiedlung nach Berlin zu Mutter und Bruder |
| 1935 | Heirat mit dem katholischen Philosophen Wilhelm Hoffmann, drei Töchter |
| 1936 | Ausschluss aus der Reichsschrifttumskammer: Schreibverbot |
| 1943 | Tochter Cordelia wird als Volljüdin eingestuft und nach Theresienstadt und Auschwitz deportiert. Sie überlebt. |
| 1948 | Umzug nach Rheinzabern in der Südpfalz |
| 25. Juli 1950 | Langgässer verstirbt in Karlsruhe an Multipler Sklerose. |
| Meilensteine | |
| 1924 | „Wendekreis der Lämmer“ (erster Gedichtband) |
| 1933 | „Proserpina“ (erster Roman) |
| 1935 | Literaturpreis des Deutschen Staatsbürgerinnenverbandes für den Roman „Proserpina“. Laudator ist Alfred Döblin. |
| 1943 | Ausschluss aus der Reichsschrifttumskammer: Schreibverbot |
| 1946 | „Das unauslöschliche Siegel“. Roman (Hauptwerk) |
| 1947 | „Der Laubmann und die Rose“ (Gedichtband) |
| 1950 | „Märkische Argonautenfahrt“ (Roman) |
| 17. Oktober 1950 | Georg-Büchner-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung für ihren Roman „Das unauslöschliche Siegel“. |
| 1986 | „Gebranntes Kind sucht Feuer“ von Cordelia Edvardson erscheint. Erinnerungen der ältesten Langgässer-Tochter |
Übrigens, wussten Sie schon...
dass...
ein ICE der Deutschen Bahn nach Elisabeth Langgässer benannt ist? Er ging am 30. Mai 1999 an den Start.
dass...
die Stadt Alzey 1986 den Elisabeth-Langgässer-Literaturpreis in Erinnerung an die 1899 in Alzey geborene Schriftstellerin stiftete? Erste Preisträgerin war 1988 Luise Rinser. Es folgten beispielsweise Rolf Hochhuth, Ursula Krechel und Christa Wolf.
dass...
1984 die “Elisabeth-Langgässer-Gesellschaft” mit Sitz in Darmstadt gegründet wurde? Mit Publikationen und Veranstaltungen widmet sie sich dem schriftstellerischen Werk Langgässers.
Orte in Rheinland-Pfalz mit Bezug zu Elisabeth Langgässer
Kandidaten mit Bezug zu Elisabeth Langgässer
Links
Buchtipp:
Autor: Hans-Christian Kirsch
Titel: Elisabeth Langgässer, Literatur und Landschaft
Verlag: Leinpfad Verlag
Erscheinungsjahr: 2004
ISBN-13: 978-3-937782-13-3
Preis: 12,50 €
Letzte Änderung am: 14.08.2007, 08.35 Uhr