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Heimat-Regisseur mit Weitblick
Hunsrück als Nabel der Weltgeschichte
Edgar Reitz bewies, dass der Mittelpunkt der Welt auch jenseits der großen Zentren liegen kann. Durchschnittlich zehn Millionen Zuschauer saßen vor den Bildschirmen, um sich die deutsche Vergangenheit im provinziellen Mikrokosmos anzusehen und die Drehorte im Hunsrück erlebten einen touristischen Ansturm. In drei Teilen mit insgesamt 30 Folgen erzählt Reitz die Geschichte der Familie Simon, die 1919 im fiktiven Hunsrückdorf Schabbach beginnt und in der er auch stellenweise seine eigene Lebensgeschichte verarbeitet. Der erste Teil der „Heimat“-Trilogie wurde zu der Filmsensation des Jahres 1984. Nach 20 Jahren schloss Reitz seine Hunsrück-Saga ab und stellte die Heimat am Ende des Jahrtausends einer globalisierten Welt gegenüber.
In der Aufbruchstimmung der frühen 1960er Jahre verkündete Edgar Reitz, Sohn einer Hunsrücker Uhrmacherfamilie, mit einer Gruppe junger deutscher Filmemacher den „Tod von Papas Kino“ und die Abkehr von traditionellen Filmformen. Er drehte zahlreiche Kurz- und Werbefilme und feierte einen ersten Erfolg mit dem Nachkriegsfilm „Stunde Null“, bevor er sich der Idee einer Chronik des 20. Jahrhunderts verschrieb. Mit ihr widmete Edgar Reitz seiner Heimat sein Lebenswerk und machte den Hunsrück in der Filmwelt bekannt.
| Lebenslauf | |
| 1. November 1932 | Geboren in Morbach/Hunsrück |
| 1985 | Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz |
| 1993 | Bundesverdienstkreuz 1. Klasse |
| 1995 | Zweite Ehe mit Salome Kammer, Hauptdarstellerin in „Heimat“ (Teil 2 und 3) |
| 1995 | Mitbegründer des Europäischen Instituts für Kinofilm in Karlsruhe |
| Ab 1997 | Professor für Film an der staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe |
| 2000 | Staatskunstpreis des Landes Rheinland-Pfalz |
| 2002 | Ehrenbürgerschaft der Stadt Simmern |
| 2004 | Verleihung der Carl-Zuckmayer-Medaille, Literaturpreis des Landes Rheinland-Pfalz |
| 2006 | Verleihung der Ehrendoktorwürde der Johannes Gutenberg Universität Mainz |
| Meilensteine | |
| 1967 | Spielfilmdebüt „Mahlzeiten“ |
| 1971 | Gründung der „Edgar Reitz Filmproduktion“ (seit 2005 „Reitz & Reitz Medien GbR“ |
| 1978 | Bisher teuerstes Filmprojekt „Der Schneider von Ulm“ scheitert an den Kinokassen – Tiefpunkt seiner Karriere |
| 1984 | „Heimat“ erscheint in den Kinos und anschließend im TV |
| 1992 | „Die Zweite Heimat – Chronik einer Jugend“ |
| 2004 | „Heimat 3 – Chronik einer Zeitenwende“ |
| 2006 | „Heimat-Fragmente: Die Frauen“ |
Übrigens, wussten Sie schon...
dass...
Filmproduzent und Regisseurkollege Bernd Eichinger (z.B. „Das Parfüm“) einen kurzen Auftritt in einer Folge von „Heimat“ hatte? Eichinger übernahm eine kleine Rolle im ersten Teil von „Heimat“ in der zehnten Folge.
dass...
Edgar Reitz schon vor seiner „Heimat“-Trilogie den Hunsrück als Schauplatz für einen Film wählte? Auch seine „Reise nach Wien“ nahm im Hunsrück ihren Anfang.
dass...
Mario Adorf in der „Reise nach Wien“ unter der Regie von Edgar Reitz spielte? Außerdem sind Elke Sommer und Hannelore Elsner in den Hauptrollen zu sehen.
Orte in Rheinland-Pfalz mit Bezug zu Edgar Reitz
Kandidaten mit Bezug zu Edgar Reitz
Links
Buchtipps:
Autor: Edgar Reitz
Titel: Die Heimat-Trilogie
Verlag: Collection Ralf Heyne
Erscheinungsjahr: 2004
ISBN-13: 978-3-89910-240-1
Preis: 128,- €
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Autor: Edgar Reitz
Titel: Heimat 3
Verlag: Knaus
Erscheinungsjahr: 2004
ISBN-13: 978-3-8135-0248-1
Preis: 22,90
Letzte Änderung am: 14.08.2007, 08.34 Uhr