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Dichter und Traumtänzer
Ein Romantiker wie er im Buche steht
Clemens Brentano führte ein unstetes Leben, das genauso von Schwärmerei und verrückten Ideen geprägt war wie von Sinnkrisen und Schwermut. Tragische Liebesgeschichten, gescheiterte Ehen und religiöse Suche waren der Motor eines dichterischen Schaffens, dem wir heute zahlreiche schöne Gedichte, Märchen, romantische Erzählungen und Romane zu verdanken haben. So machte er die Sagengestalt der Loreley mit seinem Gedicht über die schöne Frau auf dem Felsen, die Rheinschiffer so verwirrt, dass sie an den Felsen zerschellen, unsterblich.
Mit der Volksliedsammlung „Des Knaben Wunderhorn“ bewahrte er deutsche Kinder, Liebes- und Wanderlieder vor dem Vergessen. Einen bürgerlichen Beruf zu erlernen oder ein Studium abzuschließen, schaffte er nie. Dafür kam er während der Studienzeit mit den wichtigsten Literaten seiner Zeit in Kontakt und begann zu Schreiben. Nach einer romantischen Schaffensphase geriet er 1815 in eine Lebenskrise, die ihn in religiöse Welten flüchten und ihn zum Lieblingsautor katholischer Kreise aufsteigen ließ. In seinen letzten Lebensjahren verfiel er immer mehr der Schwermut.
| Lebenslauf | |
| 9. September 1778 | Clemens Brentano wird in Ehrenbreitstein bei Koblenz geboren als Sohn des Frankfurter Kaufmanns Peter Anton Brentano und der vom jungen Goethe verehrten Maximiliane von La Roche. Schriftstellerin Sophie La Roche war seine Großmutter. |
| 1797 | Studium der Bergwissenschaften in Halle (abgebrochen) |
| 1798 | Studium der Medizin in Jena (abgebrochen), Beginn des Schreibens |
| 1801 | Studium der Philosophie in Göttingen (nicht vollendet) |
| 1804 | Umzug nach Heidelberg, Heirat mit Schriftstellerin Sophie Mereau |
| 1806 | Tod von Sophie Mereau, Heirat der 16-jährigen Auguste Bußmann |
| 1814 | Scheidung von Auguste Bußmann |
| 1815 | Lebenskrise, Luise Hensel weist seinen Heiratsantrag zurück |
| 1818 bis 1826 | Brentano wachte in Dülmen am Krankenbett einer stigmatisierten Nonne und zeichnete ihre Visionen auf |
| 1833 | Vergebliches Werben um die Malerin Emilie Lindner |
| 28. Juli 1842 | Tod im Hause des Bruders Christian in Aschaffenburg |
| Meilensteine | |
| 1801 | Beginn der Freundschaft mit Achim von Arnim in Göttingen |
| 1806 | Veröffentlichung von "Des Knaben Wunderhorn" zusammen mit Ludwig Achim von Arnim |
| 1809 / 1810 | Aufenthalt in Berlin, Mitglied literarischer Zirkel |
| 1824 bis 1829 | In Frankfurt und München entsteht religiöses Spätwerk |
Übrigens, wussten Sie schon...
dass...
Clemens Brentano in seiner religiösen Phase die befreundete Nonne nach ihrem Tod heimlich exhumieren ließ, um zu überprüfen, ob der Leichnam noch Wunder vollbringen könnte?
dass...
die Geschichte der Loreley von vielen Dichtern verwendet wurde?
Clemens Brentano schuf auf der Grundlage ihm bekannter Erzählungen die Sagengestalt der „Lore Lay“ (1801), die dann Vorlage für das Gedicht von Heinrich Heine (1823/1824) und in der Vertonung von Friedrich Silcher (1837) zum weltbekannten Loreleylied wurde. Außerdem gibt es unter anderem eine Balladenfassung von Joseph von Eichendorff (1812) und von Otto von Loeben (1821).
dass...
der Vater von Clemens von Brentano eine Art Kreditkarte erfand, weil er seinem Sohn kein Geld anvertrauen wollte? Der Vater ahnte, dass der Sohn stets unter „chronischem“ Geldmangel leiden würde und stellte ihm einen Kreditbrief auf die elterliche Firma aus. Clemens Brentano brauchte diesen bei Ausgaben nur vorzulegen und die Rechnungen gingen an die Firma des Vaters, die diese begleichen musste. So kam der Dichter auch ohne Bargeld in der Tasche durchs Leben.
Orte in Rheinland-Pfalz mit Bezug zu Clemens Brentano
Kandidaten mit Bezug zu Clemens Brentano
Links
Buchtipps:
Autor: Anton Brieger
Titel: Clemens Brentano; Weg und Wandlung
Verlag: Christiana Verlag
Erscheinungsjahr: 2006
ISBN-13: 978-3-7171-1137-5
Preis: 23,- €
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Hrsg. Clemens Brentano, Achim von Arnim
Titel: Des Knaben Wunderhorn; Alte deutsche Lieder
Verlag: Reclam Ditzingen
Erscheinungsjahr: 2006
ISBN-13: 978-3-15-030034-7
Preis: 34,90 €
Letzte Änderung am: 14.08.2007, 08.32 Uhr