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Schöpfer des Hauptmanns von Köpenick
Volksdichter und Weltbürger aus Nackenheim
Er war ein Kraftpaket von Mann; sowohl ein sprichwörtlicher Raufbold, als auch ein sensibler Schöpfer einer kraftvollen Sprache. Der 1896 in Nackenheim am Rhein geborene Carl Zuckmayer kämpfte sich in seiner Wahlheimat Berlin spätestens mit seinem Stück „Der fröhliche Weinberg“ in die Spitzenriege der deutschen Bühnendichter. Und er musste weiter kämpfen, obwohl auch seine folgenden Stücke („Der Schinderhannes“, „Der Hauptmann von Köpenick“) sehr erfolgreich waren: Den Nazis war sein Werk ein Dorn im Auge. Zuckmayer floh mit seiner Familie aus Deutschland und wurde auf der Flucht zum Weltbürger: Österreich, die USA und die Schweiz waren Stationen seines bewegten Lebens. In Amerika war „Zuck“ zeitweise Hollywood-Autor, mochte sich aber den im Filmgeschäft herrschenden Stildiktaten auf die Dauer nicht unterwerfen. Lieber führte er in Amerika ein raues Leben als Farmer. Für die amerikanischen Behörden verfasste er Biografien über Nazi-Mitläufer unter den Kulturschaffenden in Deutschland und urteilte dabei oft sehr vorsichtig und milde. Mit zahllosen Preisen und Ehrungen wurde Zuckmayer nach dem Kriege in Deutschland ausgezeichnet. 1958 erschien seine Autobiografie „Als wärs ein Stück von mir“.Mainz und Nackenheim machten ihn zum Ehrenbürger. In seinen Dankesreden spiegelt sich die ungebrochene Liebe zu seiner Heimat.
| Lebenslauf | |
| 27. Dezember 1896 | Geboren in Nackenheim |
| 1914 bis 1918 | Kriegsfreiwilliger, Wandlung zum Kriegsgegner |
| 1925 | Heirat mit Alice von Herdan |
| 1933 | Übersiedlung nach Österreich |
| 1938 | Emigration in die Schweiz |
| 1939 | Übersiedlung in die USA |
| 1941 | Farmer in Vermont |
| 1958 | Übersiedlung nach Saas Fee / Schweiz |
| 18. Januar 1977 | Tod in Visp / Schweiz |
| Meilensteine | |
| 1925 | Uraufführung des Stückes „Der fröhliche Weinberg“ in Berlin; Kleist-Preis |
| 1927 | Uraufführung des „Schinderhannes“ in Berlin |
| 1946 | „Des Teufels General“ in Zürich uraufgeführt. Das Stück war sein größter Nachkriegserfolg. |
| 1952 | Goethepreis der Stadt Frankfurt / Ehrenbürger von Nackenheim |
| 1956 | Verfilmung „Hauptmann von Köpenick“ mit Heinz Rühmann |
| 1958 | Autobiografie „Als wärs ein Stück von mir“ |
Übrigens, wussten Sie schon...
dass...
der Rocksänger Udo Lindenberg zu den Preisträgern der Zuckmayer-Medaille gehört?
dass...
Götz George in der Verfilmung des Zuckmayer-Textes „Die Fastnachtsbeichte" unter William Dieterle mitspielte; und zwar in der Rolle des Clemens Bäumler?
dass...
das Stück „Der Hauptmann von Köpenick“ dem Autoren allein im Jahr 1931 umgerechnet 530.000,- Euro einbrachte, aber auch den Hass der Nazis?
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Buchtipp:
Autor: Zuckmayer, Carl
Titel: Als wär’s ein Stück von mir
Verlag: Fischer
Erscheinungsdatum: 1969
ISBN: 978-3-596-21049-7
Preis: 10,95 €
Letzte Änderung am: 14.08.2007, 08.30 Uhr