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Der doppelte Landesvater
Politikerkarriere mit Comeback
Bernhard Vogel kann zwei Superlative für sich beanspruchen. Er war als einziger deutscher Politiker Ministerpräsident in zwei Bundesländern: Rheinland-Pfalz und Thüringen. Und kein Landesvater hat bis heute so denkwürdig wie er die politische Bühne verlassen. Vogels freiwillige Abdankung als Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz nach seinem Sturz als Parteichef ging in die Geschichtsbücher ein mit dem legendären Ausspruch „Gott schütze Rheinland-Pfalz“. Mit dem Sturz von 1988 wähnten alle – voreilig, wie man weiß - die politische Karriere Vogels am Ende. Begonnen hatte sie mit dem Ruf von Helmut Kohl, der den Politologen und jungen Bundestagsabgeordneten aus Speyer 1967 als Kultusminister nach Mainz geholt hatte. Mit dieser frühen hohen Verantwortung im Alter von 34 Jahren erklärt Vogel auch, dass er bis heute Junggeselle geblieben ist und er seine gesamte Energie politischen Zielen widmet. Als Ende der 80er Jahre nach mehreren gewonnenen Wahlen sein Stern zu sinken begann, schickte ihn eine Parteitagsmehrheit aufs Altenteil. Doch die Wiedervereinigung bedeutete auch für ihn die Wende. 1992 wurde Vogel zum Ministerpräsidenten von Thüringen berufen. Erst elf Jahre später legte er sein Amt als dienstältester unter den deutschen Ministerpräsidenten nieder.
| Lebenslauf | |
| 19. Dezember 1932 | Geboren in Göttingen Jüngerer Bruder von Hans-Jochen Vogel, ehemaliger SPD-Vorsitzender und Kanzlerkandidat der SPD |
| 1953 bis 1960 | Studium der Politikwissenschaft, Geschichte, Soziologie und Volkswirtschaft in München und Heidelberg, Promotion zum Dr. phil. |
| 1989 bis 1995 und wieder seit 2001 | Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung |
| Familie | Bernhard Vogel ist Junggeselle und lebt in Speyer. |
| Meilensteine | |
| 1960 | Eintritt in die CDU |
| 18. Mai 1967 | Wird mit 34 Jahren jüngster Kultusminister Deutschlands im Kabinett Altmeier. |
| 2. Dezember 1976 | Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz: Obwohl nicht Kohls „Kronprinz“, wählt ihn die CDU-Landtagsfraktion zu dessen Nachfolger als Regierungschef. |
| Januar 1984 | Im Kabelpilotprojekt Ludwigshafen lässt Vogel erstmals in Deutschland private Hörfunk- und Fernsehprogramme zu. |
| 1983 bis 1987 | Trotz erneuter absoluter Mehrheit fordern Partei und Fraktion mehr Einfluss auf Regierung und Partei. Vogels Stern sinkt |
| 11. November 1988 | Abwahl als CDU-Landesvorsitzender |
| 2. Dezember 1988 | Rücktritt als Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz |
| Februar 1992 | Nach dem Rücktritt des thüringischen Ministerpräsidenten Josef Duchač, wird Vogel neuer Regierungschef in Erfurt. |
| 1992 bis 2003 | Ministerpräsident von Thüringen |
Übrigens, wussten Sie schon...
dass...
Bernhard Vogel ein leidenschaftlicher (Berg-)Wanderer und ausgebuffter Skatspieler ist und dass er diesen Hobbys als aktiver Politiker jeden Sommer mit Freunden im österreichischen Ötztal frönte?
dass...
Bernhard Vogel sich am liebsten bei einem guten Glas Rotwein aus der Pfalz und einer schwarzen Brasil (seine Lieblingszigarren: „Churchill“) entspannt?
Orte in Rheinland-Pfalz mit Bezug zu Bernhard Vogel
Kandidaten mit Bezug zu Bernhard Vogel
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Buchtipp:
Autor: Vogel, Bernhard
Titel: Deutschland aus der Vogelperspektive
Verlag: Herder
Erscheinungsdatum: 2007
ISBN: 978-3-451-29280-4
Preis: 19,90 €
Letzte Änderung am: 14.08.2007, 08.28 Uhr