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Maler des Schönen und Erhabenen
Die Wiederentdeckung der Antike
Der in Speyer geborene Feuerbach ist einer der bedeutendsten Vertreter der idealistischen Malerei des 19. Jahrhunderts. Seine monumentalen Kompositionen antiker Motive sind eine Huldigung an das klassische Schönheitsideal. Vielfach zeigt er Gestalten in feierlichen Posen vor schönen weiten und tiefen Landschaften. Eines seiner berühmtesten Werke, seine griechische Frauengestalt „Iphigenie", gilt als ideale Verschmelzung des klassischen und des romantischen Stils. Feuerbachs Bilder sind von feierlicher Erhabenheit, idealistische, hoheitsvolle Figuren mit strenger Gestik. Gleichwohl hielt sich der Maler selbst für temperamentvoll. „Ich heiße Feuerbach und habe Feuer in den Adern. Mein größter Fehler ist die sprudelnde Fülle von Geist, die in sich gärt und wütet, dass es mir manchmal den Kopf zersprengt". Mit seinem großen Selbstbewusstsein setzte dem Maler der Mangel an öffentlicher Anerkennung besonders zu. Feuerbachs Bilder galten zeitweise als überholt, weil er zu offensichtlich den großen Renaissance-Vorbildern Raffael und Tizian nacheiferte. Der Maler aus Speyer hatte sich bei seinen Italien-Reisen dazu inspirieren lassen.
Mehr und mehr wurde er schließlich zum melancholischen Einzelgänger mit einem Hang zum Pathetischen. Dieser Zug haftet den meisten seiner Bilder an, macht aber auch ihren Reiz aus: Sie sind Meisterwerke von unverwechselbarer Eigenart und erhabener Größe.
| Lebenslauf | |
| 12. September 1829 | Anselm Feuerbach wird in Speyer als Sohn des Archäologen Joseph Anselm Feuerbach und dessen Ehefrau Amalie, geb. Keerl, geboren. Die Mutter stirbt ein halbes Jahr nach seiner Geburt. |
| 1834 | Der Vater heiratet die Pfarrerstochter Henriette Heydenreich, die später ihren Stiefsohn finanziell und ideell unterstützt. |
| 1836 | Übersiedlung der Familie nach Freiburg |
| 1851 | Tod des Vaters |
| 1856 bis 1872 | Rom ist der Wohnsitz Feuerbachs. Häufige Aufenthalte in Karlsruhe, München und Heidelberg |
| 1860 | Anna Risi, genannt Nanna, „das schönste Weib von Rom", wird sein Modell und seine Geliebte. |
| 1866 | Auf Nanna folgt Lucia Brunacci |
| 1873 bis 1880 | Unstetes Wanderleben zwischen Wien, Nürnberg und Venedig |
| 04. Januar 1880 | Feuerbach stirbt in Venedig. Er wird in Nürnberg beigesetzt. |
| Meilensteine | |
| Bis 1848 | Wunderkind Anselm zeichnet, malt, modelliert und dichtet |
| 1845 bis 1848 | Feuerbach wird, ohne Schulabschluss, Schüler von Wilhelm von Schadow und Alfred Rethel an der Düsseldorfer Akademie. |
| Seit 1853 | Freier Künstler, selbständiger Maler |
| Bis 1854 | Mitarbeit in wechselnden Ateliers in München, Antwerpen und Paris; beeinflusst unter anderem von Courbet, Delacroix und Manet |
| 1873 bis 1876 | Professor an der Wiener Akademie der Bildenden Künste; Leitung der Meisterklasse für Historienmalerei |
Übrigens, wussten Sie schon...
dass...
drei Feuerbachs den Vornamen Anselm trugen? Großvater Anselm Ritter von Feuerbach war ein berühmter Strafrechtswissenschaftler. Vater Joseph Anselm Feuerbach war Archäologe und schließlich der Maler Anselm Feuerbach.
dass...
Feuerbach sein populäres Iphigenie-Motiv in zwei Versionen gemalt hat? Er hat sowohl seine erste Geliebte Anna Risi 1862) als auch seine darauf folgende Geliebte Lucia Brunacci (1871) als Iphigenie verewigt.
dass...
es in Speyer das „Feuerbachhaus“ gibt? Obwohl die Familie des Malers schon sieben Jahre nach seiner Geburt Speyer verließ, konnte das Haus Ende der 60er Jahre vor dem Abbruch gerettet werden. 1971 wurde dort eine Gedenkstätte für die Feuerbachfamilie eingerichtet.
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Letzte Änderung am: 14.08.2007, 08.26 Uhr