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Weltliteratur aus Mainz
Als Schriftstellerin gefeiert, politisch umstritten
Erfolgreichere Romane als sie hat kein Rheinland-Pfälzer geschrieben.
Geboren wurde sie 1900 unter dem bürgerlichen Namen Netty Reiling in Mainz als Tochter eines jüdischen Antiquitätenhändlers. Für ihre erste größere Erzählung „Aufstand der Fischer“ wurde sie 1928 mit dem Kleist-Preis geehrt. Sie war berühmt, als sie 1933 ins Exil ging. Die Erfahrung der Flucht beschreibt sie in ihrem Roman „Transit“. In Mexiko entstand ihr Welterfolg „Das siebte Kreuz“, der in Hollywood verfilmt wurde und sogar einen Oscar gewann. Der Roman schildert die Flucht von sieben Widerstandskämpfern aus einem Konzentrationslager, zu dem das Wormser KZ Osthofen das Vorbild abgab.
Nach dem Krieg kehrte Anna Seghers nach Deutschland zurück – in der DDR wurde sie zur gefeierten Staatsschreiberin. Ihren Büchern tat das nicht immer gut. Trotzdem blieb sie weltweit beachtet – und als 1957 ein Schauprozess gegen den Leiter des Aufbau-Verlages Walter Janka die Intellektuellen der DDR auf Linie bringen sollte, rechneten viele mit einer wirkungsvollen Intervention durch Anna Seghers. Doch sie agierte verhalten hinter den Kulissen. Ob es überhaupt geholfen hätte, wenn sie ihre Stimme erhoben hätte, weiß keiner. Sicher aber ist, dass diese Stimme immer auch die einer Mainzerin war. Die Verleihung der Ehrenbürgerwürde gelang trotzdem erst 1981.
| Lebenslauf | |
| 19. November 1900 | Netty Reiling wird in Mainz geboren. |
| 1920 | Beginn des Studiums in Heidelberg |
| 1924 | Doktorarbeit Jude und Judentum im Werk Rembrandts |
| 10. August 1925 | Netty Reiling heiratet Laszlo Radvanyi. |
| 30. Januar 1933 | Hitler wird zum Reichskanzler ernannt. Anna Seghers flieht in die Schweiz. |
| 1947 | Rückkehr nach Deutschland, Georg Büchner-Preis in Darmstadt |
| 1981 | Anna Seghers wird Ehrenbürgerin der Stadt Mainz |
| 01. Juni 1983 | Tod in Berlin, Staatsakt in der Akademie der Künste. |
| Meilensteine | |
| 1928 | Kleist-Preis für „Aufstand der Fischer von St. Barbara“ |
| 1933 bis 1947 | Exil – die Jahre der Flucht vor den Nazis sind für Anna Seghers prägend. In dieser Zeit erscheinen ihre bis heute bekanntesten Bücher. |
| 1942 | Das siebte Kreuz erscheint und wird zum Welterfolg – die Verfilmung in Hollywood mit Spencer Tracy in der Hauptrolle erhält einen Oskar. |
| 1957 | Prozess gegen Walter Janka, Leiter des Aufbau-Verlages. Anna Seghers wird von zahlreichen Künstlern kritisiert, sich nicht genug für Janka einzusetzen. Anna Seghers veranlasst eine Resolution, die Janka entlasten soll. Sie interveniert bei Walter Ulbricht. |
Übrigens, wussten Sie schon...
dass...
eine ihrer ersten Veröffentlichungen, die Erzählung "Grubetsch", 1927 unter dem Künstlernamen Seghers (ohne Vornamen) erschien? Kritiker vermuteten daher zunächst einen Mann als Autor.
dass...
sie das Pseudonym Seghers dem von ihr geschätzten niederländischen Radierer und Maler Hercules Seghers entlieh (der Name wurde auch Segers geschrieben).
dass...
das Pseudonym schule gemacht hat? Unter Berufung auf Anna Seghers hat der Autor Matthias Altenburg für seine erfolgreichen Kriminalromane den Künstlernamen Jan Seghers angenommen.
Orte in Rheinland-Pfalz mit Bezug zu Anna Seghers
Kandidaten mit Bezug zu Anna Seghers
Links
Buchtipps zu Anna Seghers:
Titel: Und ich brauch doch so schrecklich Freude
Verlag: Aufbau-Verlag
Erscheinungsdatum: 2003
ISBN: 978-3-351-03496-2
Preis: 15,90 €
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Titel: Das siebte Kreuz
Verlag: Aufbau TB
Erscheinungsdatum: 1993
ISBN: 978-3-7466-5151-4
Preis: 8,50 €
Letzte Änderung am: 14.08.2007, 08.20 Uhr