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Multitalent mit Heiligenschein
Charismatische Kräuternonne im Dienste des Glaubens
Hildegard von Bingen ist wohl die berühmteste deutsche Frau des Mittelalters. Mit Weisheit und Geschick zog sie Politiker und Kirchenmänner gleichermaßen in ihren Bann. Während sie sich selbst bescheiden als „ungebildet“ bezeichnete und ihre Kraft vor allem ihren Visionen zuschrieb, trat sie äußerst selbstbewusst auf und verstand es, sich durchzusetzen. Einigen Kirchenoberen bot sie hartnäckig die Stirn und gewann sowohl religiösen als auch politischen Einfluss. So tauschte sie Briefe mit Kaiser Barbarossa. Er soll sie sogar als Beraterin in seine Pfalz Ingelheim geladen haben. Neben drei bedeutenden religiösen Schriften, die mit der damaligen Kirchenlehre übereinstimmten, veröffentlichte sie auch pflanzenkundliche und medizinische Abhandlungen. Dabei sammelte sie bereits bekannte Behandlungsmethoden und stellte sie zusammen. Für Pflanzen verwendete sie erstmals die volkstümlichen Namen und wurde mit ihren Kräuteranwendungen als Naturheilkundige bekannt. Auch Steinen und Metallen schrieb sie Heilkräfte zu. Heute ist sie mit ihrer ganzheitlichen christlich geprägten Medizin und Lebensphilosophie nicht nur bei Esoterikern überall in der Welt bekannt. Eine rheinland-pfälzische Universalgelehrte, die, obwohl sie nie offiziell heilig gesprochen wurde, als „Volksheilige“ verehrt wird.
| Meilensteine | |
| um 1106 | Schon als Achtjährige wurde sie ins Kloster gegeben und mit zwei Frauen eingeschlossen, um fortan von der Außenwelt abgeschlossen allein Gott zu dienen. |
| zwischen 1112 und 1115 | Mit etwa 16 Jahren legte sie ihre Gelübde ab und erhielt wahrscheinlich vom Heiligen Otto von Bamberg den Ordensschleier. |
| 1136 | Wahl zur Klostervorsteherin (Lehrmeisterin) in Disibodenberg |
| ab 1147 | Papst erlaubt, ihre theologischen Visionen zu veröffentlichen |
| 1147/1152 | Übersiedlung der Nonnen und Gründung Kloster Rupertsberg (heute zerstört) |
| ab 1150 | Sammlung geistlicher Lieder mit überlieferten Melodien Wissenschaftliche Abhandlungen:
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| 1165 | Hildegard von Bingen erwirbt das verlassene Kloster Eibingen bei Rüdesheim und gründet dort ein neues Benediktiner-Kloster. Als Abtei St. Hildegard existiert es noch heute. |
Übrigens, wussten Sie schon...
dass...
Hildegard von Bingen 1995 die Hitparaden stürmte? Die geistlichen Liedersammlung der Hildegard von Bingen, belegte in modernen Versionen 1995 erste Plätze in den US-Hitparaden.
dass...
Hildegard von Bingen als eine Art Steuerzahlung an die Kirche ins Kloster kam? Im Mittelalter war es üblich, dass Bauern und Handwerker ein Zehntel ihrer Ernte oder ihres Einkommens an die Kircheabgaben. Hildegard war das zehnte Kind der Edelfreien Hildebert und Mechild und sollte somit als Zehnter an Gott ihr Leben der Kirche widmen.
dass...
jede Zeit ihre eigene Hildegard von Bingen verehrt? Während Sie zu Lebzeiten vor allem wegen ihrer hellseherischen Visionen und Prophezeiungen hoch geschätzt wurde, waren es später ihre religiösen Schriften, dann ihre naturheilkundlichen Kenntnisse, ihre musikalischen Schätze und ihre esoterischen Vorstellungen von der Kraft der Edelsteine. Man darf gespannt sein, welches ihrer Talente als nächstes für weiteren Ruhm sorgen wird.
Orte in Rheinland-Pfalz mit Bezug zu Hildegard von Bingen
Kandidaten mit Bezug zu Hildegard von Bingen
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Buchtipp:
Autorin: Barbara Beuys
Titel: Denn krank bin ich vor Liebe
Verlag: Piper
Erscheinungsjahr2003
ISBN-13:978-3-492-23649-2
Preis: 12,90 €
Letzte Änderung am: 13.03.2007, 14.31 Uhr