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Tödlicher Irrtum

Butz Peters ist sowohl Jurist als auch Journalist und hat damit den Hintergrund, um ein spannendes aber dennoch faktengetreues Sachbuch über die RAF zu schreiben. Deren Entstehung - so seine These - war ein Irrtum, dem noch viele tödliche Irrtümer folgen sollten.

Buch

Titel der Reihe:
Tödlicher Irrtum
Autor:
Butz Peters
Verlag:
Fischer Tb
Genre:
Sachbuch
Preis:
12,95 Euro
Bestellnummer:
ISBN 103596172659

Butz Peters erzählt die Geschichte der RAF auf 864 Seiten und benötigt dafür stattliche 70 Kapitel. Trotz der etwas unübersichtlichen Menge an Information wird die Lektüre nicht langweilig oder anstrengend. Der Aufbau ist nicht immer chronologisch und manche Begebenheit wird an mehreren Stellen des Buches erzählt. Obwohl ein roter Faden fehlt, gelingt es Butz Peters dennoch, den Leser zu fesseln.

Er stützt seine Darstellung auf eine Vielzahl von ganz unterschiedlichen Quellen und schafft es, eine Vorstellung davon zu geben, wer sich hinter den Gesichtern auf den Fahndungsplakaten verbarg. Wie so vielen kann man auch ihm dabei vorwerfen, sich zu sehr mit den Tätern und zu wenig mit den Opfern zu beschäftigen. Aber interessant ist es allemal zu erfahren, wer die Führungsebene der Gruppe bildete und wer ganz unten in der Hierarchie stand, wie zum Beispiel die "Hamburger Tanten" Susanne Albrecht und Silke Maier-Witt. Hier liefert Butz Peters einiges, auch über Stefan Wisniewski, gegen den ja aktuell wieder ermittelt wird. Wie wichtig dieser für die Gruppe war, schildert Butz Peters in dem Kapitel über die geplante Befreiung von "Fury" aus dem Frankenthaler Gefängnis mit einem Hubschrauber.

Der "Tödliche Irrtum" von Butz Peters bietet über die Darstellung der Fakten hinaus einiges an Hintergrundinformationen vor allem über die Personen innerhalb der Roten Armee Fraktion. Viele dieser Informationen stammen direkt von den Terroristen selbst (vor allem den DDR-Exilanten), was einerseits spannend ist, aber auch mit der nötigen Skepsis gesehen werden muss. Nicht fehlen dürfen am Ende des Buches natürlich die ungeklärten Rätsel zur RAF. Dreizehn sind es bei Butz Peters. Die Frage nach den Mördern von Schleyer und Herrhausen gehört dazu. Nicht aber, wer Siegfried Buback erschoss.

Autor: Tobias Hufnagl

Letzte Änderung am: 08.05.2007, 10.04 Uhr