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Das Attentat auf Generalbundesanwalt Siegfried Buback und seine beiden Begleiter ist der Auftakt des Terrorjahrs 1977. Die Rote Armee Fraktion (RAF) zieht eine blutige Spur durch Deutschland, die im so genannten deutschen Herbst gipfelt.
Mit dem Generalbundesanwalt hat die RAF eine Symbolfigur der deutschen Ermittlungsbehörden ermordet. Mit ihm stirbt sein Fahrer Wolfgang Göbel. Der Justizhauptwachtmeister Georg Wurster erliegt wenige Tage später seinen Verletzungen. Die Tat ist ein Schock für viele Bürger und die Bonner Republik. Mit starken Polizeikräften beginnt die Fahndung – für Monate Alltag in Deutschland.
Als Anführerin steht vor allem Brigitte Mohnhaupt hinter dem Attentat. Sie ist die Regisseurin der Anschläge von 1977. Und folgt ihrerseits Anweisungen der RAF-Gründer Andreas Baader und Gudrun Ensslin, die damals in Stuttgart-Stammheim im Gefängnis sitzen. Die Ermittler kennen ein Geheimpapier mit den Anschlagsplänen. Dort steht als erstes Ziel: "Margarine". Damit war Siegfried Buback gemeint, was jedoch erst im Nachhinein klar wurde: SB (eine Margarinemarke) sind seine Initialen. In dem Geheimpapier heißt es weiter: Perspektiven nach "Margarine": "Big Raushole", "Big Money".
Im Sommer schlägt die RAF dann wieder zu. Diesmal trifft es "Big Money". Die "Tagesschau" vermeldet: "Jürgen Ponto, einer der bedeutendsten deutschen Bankiers, ist an den Folgen des auf ihn verübten Attentats gestorben". Ponto, Chef der Dresdner Bank, sollte eigentlich entführt werden – wehrt sich aber und wird in seinem Haus in Oberursel bei Frankfurt erschossen. Zu den Tätern gehörten neben Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt auch Susanne Albrecht, eine Bekannte der Familie Ponto.
Die RAF versucht mit einem selbstgebauten Raketenwerfer von einem Nebengebäude des Bundesgerichtshofs aus einen Anschlag auf die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. Der Plan scheitert. Die Terroristen hatten den für die zeitversetzte Zündung erforderlichen Wecker nicht aufgezogen.
Der so genannte deutsche Herbst beginnt mit der Entführung von Hanns-Martin Schleyer, dem aus Baden-Württemberg stammenden Vorsitzenden der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Drei Polizisten, die zu seinem Begleitkommando gehörten, und ein Fahrer werden dabei getötet. Es folgt ein wochenlanges Tauziehen zwischen Bundesregierung und RAF. Ultimaten werden gesetzt und verstreichen ohne Folgen. Über Videobotschaften und Nachrichtenmeldungen verhandeln Täter und Ermittlungsbehörden – doch die Bundesregierung hat längst entschieden, die Gefangenen auf keinen Fall freizulassen.
Dann der nächste Schock:
Eine Linienmaschine der Deutschen Lufthansa wird auf dem Flug von Palma de Mallorca nach Frankfurt entführt. Die Entführer, palästinensische Terroristen, unterstützen die Forderung der Schleyer-Entführer. Sie lassen das Flugzeug mit dem Namen "Landshut" auf einem wirren Kurs durch Südeuropa und Nordafrika fliegen – bis die Maschine schließlich am 17. Oktober in Mogadischu in Somalia steht. Schon seit Stunden fliegt der "Landshut" unbemerkt eine andere Lufthansa-Maschine hinterher. An Bord: Die Anti-Terror-Einheit GSG 9 des Bundesgrenzschutzes. In der Nacht zum 18. Oktober stürmt die Eliteeinheit das Flugzeug, tötet drei der vier Entführer und befreit alle Geiseln.
Die Nachricht über die Erstürmung des Flugzeugs hören auch die Terroristen im Gefängnis in Stuttgart-Stammheim. Noch in der Nacht töten sich Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe – Irmgard Möller überlebt ihren Suizidversuch.
Einen Tag nach den Selbstmorden von Stammheim wird Hanns-Martin Schleyer im elsässischen Mühlhausen erschossen im Kofferraum eines Autos aufgefunden. Als Todeszeitpunkt wird der Tag zuvor ermittelt. Schleyer ist das elfte Opfer der RAF des Jahres 1977 – hinzu kommen sechs tote Terroristen.
Am 20. Oktober 1977 gibt Bundeskanzler Helmut Schmidt eine Regierungserklärung zum Terrorismus ab.
Letzte Änderung am: 02.04.2007, 09.35 Uhr