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Der Terror der zunächst als Baader-Meinhof-Bande bekannten Rote Armee Fraktion (RAF) füllt viele Seiten in Zeitungen, Büchern und Gerichtsakten. Ihrem "bewaffneten Kampf" gegen das "imperialistische System" fielen mehr als 30 Menschen zum Opfer. Die wichtigsten Ereignisse im Überblick.
In Frankfurt brennen zwei Kaufhäuser, die Keimzelle eines politisch motivierten Terrorismus in Deutschland wird sichtbar. Zwei der vier Brandstifter heißen: Andreas Baader und Gudrun Ensslin. Im Herbst 1968 folgt der Prozess. Die Kaufhausbrandstifter werden zu je drei Jahren Gefängnis verurteilt. Vor Haftantritt tauchen sie aber unter.
Unter den Prozessbeobachtern ist auch die Journalistin Ulrike Meinhof. Sie hat Sympathie für die Angeklagten und Verständnis für deren, wie sie meint, Protest gegen den Vietnamkrieg der USA. Baader, Ensslin und Meinhof treffen sich im Untergrund. Später wird Meinhof sagen: "Wir sind engagiert für diejenigen, die sich versuchen zu befreien von Terror und Gewalt. Und wenn ein anderes Mittel als das des Krieges ihnen nicht übrig bleibt, dann sind wir für ihren Krieg."
Längst hat Ulrike Meinhof ihren Mann und die beiden Kinder verlassen. Mit Gudrun Ensslin und anderen befreit sie den inzwischen wieder inhaftierten Andreas Baader. Es folgt der Aufbau der Rote Armee Fraktion (RAF): Militärische Ausbildung in Jordanien, nach der Rückkehr dann Banküberfälle, Sprengstoffanschläge und Schriften an die Öffentlichkeit - das Konzept "Stadtguerilla". Die Motive: Antiimperialismus, Befreiungskrieg, Anarchismus, Volkskrieg gegen das von ihnen so benannte "Schweinesystem".
In Hamburg wird der Polizist Norbert Schmid bei einer Verfolgungsaktion erschossen. Zusammen mit einem Kollegen will er eine Frau überprüfen, die ihnen aufgefallen war. Das gesuchte Mitglied der Baader-Meinhof-Bande, Margrit Schiller, flüchtet. Komplizen - Gerhard Müller und Irmgard Möller - verfolgen die Polizisten und schießen, als diese Margrit Schiller festhalten wollen.
Eine Serie von Bombenanschlägen erschüttert die Bundesrepublik, unter anderem auf die Hauptquartiere der US-Armee in Heidelberg (zwei Autobomben) und Frankfurt: Vier US-Soldaten sterben dabei. Auch das Hochhaus des Springer-Verlags in Hamburg wird zum Ziel. Dort werden 17 Menschen verletzt. In Karlsruhe explodiert eine Bombe unter dem Auto von Bundesrichter Wolfgang Buddenberg, der für die Ermittlungen gegen die Baader-Meinhof-Bande zuständig ist. Buddenbergs Frau wird schwer verletzt.
Andreas Baader, Holger Meins, Jan Carl Raspe, Gudrun Ensslin, Brigitte Mohnhaupt und Ulrike Meinhof werden verhaftet - die Führung der RAF sitzt im Gefängnis. Die Zellen sind akustisch isoliert, schnell ist in der Szene von "Isolationsfolter" die Rede.
Zum dritten Mal sind RAF-Gefangene in einen Hungerstreik getreten. Im Gefängnis Wittlich (Rheinland-Pfalz) verweigert auch Holger Meins die Nahrungsaufnahme. Am 9. November 1974 stirbt Meins trotz Zwangsernährung an den Folgen des Hungerstreiks. Der damalige RAF-Verteidiger Otto Schily beschuldigt den Staat, "dass die beteiligten staatlichen Instanzen offenbar bereit sind, eher den Tod der Gefangenen in Kauf zu nehmen, als sich zur Herstellung medizinisch angemessener, humaner Haftbedingungen zu entschließen."
Einen Tag nach dem Tod von Holger Meins wird der Berliner Gerichtspräsident Günter von Drenkmann ermordet.
Vorrangiges Ziel der RAF ist jetzt, inhaftierte Gesinnungsgenossen freizupressen. Nach der Entführung des Berliner CDU-Chefs Peter Lorenz kommen so fünf Terroristen frei. Dann der Überfall in Stockholm: Die RAF besetzt die deutsche Botschaft, erschießt zwei Beamte und nimmt Geiseln. Die Bundesregierung unter Kanzler Helmut Schmidt (SPD) lehnt einen Gefangenenaustausch ab. Als Sprengladungen, die die Terroristen ausgelegt hatten, explodieren, sterben zwei der Geiselnehmer.
Ulrike Meinhof wird erhängt in ihrer Zelle im Gefängnis Stuttgart-Stammheim aufgefunden. Die erste Generation der RAF wird abgelöst durch eine noch brutalere zweite. Das Terrorjahr 1977 steht bevor, der "deutsche Herbst". Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt planen den ersten Mord. Das Opfer: Generalbundesanwalt Siegfried Buback in Karlsruhe.
Letzte Änderung am: 01.04.2007, 14.33 Uhr