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14.5.1970 bis 20.4.1998
Als junger Bundesanwalt war Klaus Pflieger in den siebziger Jahren einer der Ankläger der RAF Terroristen. Heute, als Generalstaatsanwalt in Stuttgart, bezieht er deutlich Stellung zum Themenkomplex RAF. Er fordert dazu auf, die Opfer in den Vordergrund zu rücken und lehnt Gnade ohne Reue für Christian Klar ab.
Das im Jahr 2004 erschienene und 2007 wieder aufgelegte und um einige interessante Originaldokumente (hauptsächlich zur Schleyer-Entführung) erweiterte Buch ist dann auch mehr staatsanwaltschaftliche Ermittlungsakte als geschichtswissenschaftliche Abhandlung. Aber gerade diese Art der Darstellung, die chronologische Aufarbeitung der ermittelten Fakten macht die Lektüre des Buches hoch spannend und lässt einen bisweilen vergessen, dass man eben keinen Kriminalroman vor sich hat.
Und Pflieger gelingt das, was er auch heute noch in der aktuellen Diskussion fordert: Indem die Brutalität und Erbarmungslosigkeit der Terroristen detailgetreu dokumentiert werden, bekommen die Opfer und ihre Angehörigen die Beachtung, die sie verdienen.
Aus der Sicht eines Vertreters der Ermittlungsbehörden geschrieben, bietet das Buch von Klaus Pflieger einen fundierten Überblick über die Geschichte der Rote Armee Fraktion. Über die 28 Jahre von 1970 bis zur Auflösungserklärung am 20.4.1998, in denen der RAF 34 Menschen zum Opfer fielen und 27 Terroristen den Tod fanden.
Autor: Tobias Hufnagl
Letzte Änderung am: 26.03.2007, 16.25 Uhr