Karl Lauterbach, SPD-FraktionDas "rote Tuch" im Klinikum

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat in seinem Wahlkreis Leverkusen - Köln IV 2009 mit 37,1 Prozent knapp sein Direktmandat verteidigt. Er gilt vielen Ärzten wegen seiner Kritik an der "Zwei-Klassen-Medizin" als "rotes Tuch". Im Bielefelder Klinikum muss der Gesundheitsökonom als Hilfspfleger mit anpacken.

Karl Lauterbach, SPD

Der SPD-Politiker mit dem Markenkennzeichen "Fliege" gilt als scharfer Kritiker der Haushaltsführung der Kliniken in Deutschland. Den Ärzten wirft er vor, das System privater und gesetzlicher Krankenkassen auszunutzen. 2003 saß er in der "Rürup- Kommission" zur Untersuchung der Nachhaltigkeit in der Finanzierung der Sozialen Sicherungssysteme. Im Bielefelder Klinikum arbeitete er für "Abgeordnet" einen Tag lang als Hilfspfleger.

Fünf Fragen an Karl Lauterbach

Warum soll man wählen gehen?
"Um der SPD zu helfen."

Weshalb soll man SPD wählen?
"Die SPD hat in den letzten Jahren viel für Deutschland geleistet. Sie ist eine Partei, die gerecht und kompetent ist."

Wie heißt Ihr Wunsch-Koalitionspartner?
"Die Grünen sind die zweitbeste Partei im Land."

Was sind die wichtigsten drei Themen nach der Wahl?
"Die Reform der Gesundheitsreform, Stärkung der mittelständischen Wirtschaft, aktive Arbeitsmarktpolitik."

Was macht Ihnen an der Politik am meisten Spaß?
"Die Überzeugung des Wählers gegen das Sperrfeuer der Lobbyisten und das Polit-Grillen."

Karl Lauterbach wurde am 21. Februar 1963 in Düren geboren. Er studierte Humanmedizin in Aachen, Düsseldorf und San Antonio (Texas). Von 1989 bis 1992 folgte ein Studium an der Harvard School of Public Health in Boston. Seit 1998 leitet Lauterbach das Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie (IGKE) der Universität zu Köln. Er ist verheiratet und hat vier Kinder.
Von 1999 bis 2005 war Lauterbach Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen. Seit 2001 ist er Mitglied der SPD. Dem Bundestag gehört er seit 2005 an. 2009 verlor er zwar fast zwölf Prozent, gewann mit 37,1 Prozent aber erneut das Direktmandat des Wahlkreises Leverkusen – Köln IV.


Autor: Peter Mühlfeit

Letzte Änderung am: 28.09.2009, 10.03 Uhr

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