CDU/CSU, FDP, SPD, Linke, Grüne, Piratenpartei: Die deutsche Parteienlandschaft zersplittert weiter. Stabile Regierungen, konservativ-liberale oder rot-grüne, werden nach Einschätzung von Wahlforschern auf lange Sicht unwahrscheinlich. Immer mehr Bürger misstrauen den etablierten Parteien, gehen gar nicht mehr wählen oder votieren aus Protest für Linke oder für Piraten.
[mehr zu: Deutschland schachmatt – Die 6-Parteien-Blockade]
Zu Gast am 14.05.2012
Gerhart Baum, FDP,von 1978 bis 1982 Bundesinnenminister
"Die Parteien sollten stärker das Gemeinsame und weniger das Trennende betonen."
"Die FDP sollte sich in einem 6-Parteien-System für neue Koalitionen öffnen."
Zu Gast am 14.05.2012
Erhard Eppler, SPD, von 1968 bis 1974 Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit
"Ich könnte mir Peer Steinbrück als Kanzler vorstellen."
Die Piraten-Partei zieht von Wahlerfolg zu Wahlerfolg. Meinungsforscher geben ihr auf Bundesebene 11 Prozent. Obwohl oder weil die Polit-Amateure offen bekennen, dass sie zu vielen Themen und Sachfragen keine Meinung haben. Vor allem die Grünen beobachten den Siegeszug argwöhnisch.
[mehr zu: Fauler Zauber? Der Chaos-Charme der Piraten]
Zu Gast am 07.05.2012
Boris Palmer, Die Grünen, Oberbürgermeister von Tübingen
"Die Versprechen der Piraten erwecken gefährliche Illusionen."
"Die Piraten bieten weder Verlässlichkeit noch Verantwortlichkeit."
"Die Piraten wiederholen die Anfangsfehler der Grünen."
Zu Gast am 07.05.2012
Michele Marsching, Piratenpartei, Vorsitzender in Nordrhein-Westfalen
"Wir wollen nicht Rot-Grün zerreißen, sondern eine andere Politik machen."
"Wir wollen den guten basisdemokratischen Ansatz der Grünen von früher wieder aufgreifen."
"Wir haben Wachstumsschmerzen, weil wir so schnell wachsen."
Das Betreuungsgeld, das pro Kind zunächst 100 Euro, dann 150 Euro betragen und ab 2013 ausgezahlt werden soll, ist in der Bevölkerung hoch umstritten. Ein tiefer Riss zieht sich in dieser Frage auch durch die schwarz-gelbe Koalition, trotz des Machtworts der Kanzlerin. Die CSU besteht auf ihrem Prestigeprojekt. FDP und Teile der CDU lehnen es ab. Einig sind sich die Partner nur darin, Hartz IV-Empfängern das Betreuungsgeld zu verweigern.
[mehr zu: Kinder, Küche, Kohle - Kulturkampf um die Herdprämie ]
Zu Gast am 30.04.2012
Manuela Schwesig, SPD, stellvertretende Parteivorsitzende und Sozialministerin in Mecklenburg-Vorpommern
"Eltern haben keine wirkliche Wahlfreiheit in der Erziehung ihrer Kinder."
"Das Betreuungsgeld ist eine eiskalte Fernhalteprämie."
Zu Gast am 30.04.2012
Max Straubinger, CSU, stellvertretender Vorsitzender der Landesgruppe im Deutschen Bundestag
"Die Betreuungsgeldkritiker ignorieren die Bedürfnisse junger Familien."
Das Bild vom unersättlichen Raffmanager hat sich in der Bevölkerung verfestigt. Drei Viertel der Deutschen sagen, dass sie keinerlei Verständnis für Boni und Millionengehälter haben – auch wenn diese Führungskräfte erfolgreich arbeiten.
[mehr zu: Moneten, Macht und Murks - Die Parallelgesellschaft der Manager]
Utz Claassen, Ex-Chef von EnBW und Solar-Millennium
"Bei Managern ärgert man sich über hohe Gehälter, bei Fußballern aber nicht."
"Unsere Vorstände sind zu uniform besetzt."
Gregor Gysi, Die Linke, Vorsitzender der Bundestagsfraktion
"Es ist ungerecht, dass die Manager, die uns in die Krise geführt haben, nicht bestraft werden."
In der Jubiläumssendung begrüßt Thomas Leif einen der wichtigsten deutschen Politiker: Dr. Wolfgang Schäuble, CDU, Bundesminister der Finanzen, wird ihm 30 Minuten lang Rede und Antwort stehen.
[mehr zu: 100]
Die deutsche Gesellschaft driftet auseinander. Immer mehr Menschen können von ihrer Arbeit nicht mehr ohne staatliche Hilfe leben. Die Angst vor sozialem Abstieg ist groß. Die Stimmung heizt sich auf. Die Gewerkschaften rufen zur Gegenwehr auf und fordern deutlich höhere Löhne. Acht von zehn Deutschen meinen, dass Spitzenverdiener höhere Steuern zahlen sollten.
[mehr zu: Millionen für Manager, Almosen für Malocher - Hilft uns nur die Reichensteuer?]
Jürgen Abraham
"Wenn erfolgreiche Manager Spitzengehälter bekommen, ist das in Ordnung." "Der Staat schöpft bei den kleinen Einkommen zu hohe Abgaben ab." "Wir brauchen eine Abgabe für Bildung."
Prof. Dr. Christoph Butterwegge
"Es ist skandalös, dass Aktiengewinne so gering besteuert werden." "Ex-Bundeskanzler Schröders Steuerpolitik hat die Reichen begünstigt."
Am 18. März muss die Bundesversammlung einen neuen Bundespräsidenten wählen. Nach den vorzeitigen Abtritten von Horst Köhler und Christian Wulff scheint mit der Installierung der Person Joachim Gauck die letzte Chance der Politik verbunden, insbesondere der schwarz-gelben Bundesregierung, dem ramponierten Amt seine Würde zurückzugeben.
[mehr zu: Super-Gauck - Versöhner oder Spalter?]
Jeder zweite Deutsche hadert mit dem Zustand der sozialen Marktwirtschaft. Die Spaltung der Gesellschaft im Schatten von Finanzkrise und Globalisierung schreitet offenbar voran. Die Wut auf Banker und Manager ist groß, das Misstrauen gegenüber Politikern wächst. Während die Arbeitslosigkeit in vielen EU-Ländern vor allem unter jungen Menschen erschreckende Ausmaße erreicht hat, flüchten beim Zocken gescheiterte Banken unter staatliche Rettungsschirme und die Gier unter den ohnehin schon Superreichen scheint unstillbar.
[mehr zu: Gier regiert die Welt - Das Ende der sozialen Marktwirtschaft]
Nach der atomaren Katastrophe in Fukushima sollte alles anders werden: Ausbau der erneuerbaren Energien, Ausbau der Stromnetze und dennoch eine sichere und bezahlbare Energieversorgung. Und jetzt? Strom, Gas und Sprit kosten mehr denn je. Gleichzeitig kappt die Koalition in Berlin in Windeseile die Solarförderung und der notwendige Ausbau der Stromnetze stagniert. Wirtschaft und Bevölkerung sind irritiert und verärgert. Umweltverbände und Opposition sprechen von einem „Abwürgen der Energiewende“.
[mehr zu: Kostenexplosion bei Strom und Öl - Scheitert die Energiewende?]
Thomas Leif erzählt, was ihn an der neuen Aufgabe als Moderator einer Talksendung reizt, was an seiner Sendung anders sein wird und welche Streitkultur die Zuschauer erwarten können.
[mehr zu: „Argumente zählen ...“]
Mal ironisch, mal provokant, aber immer mit dem Ziel der besten Information für die Zuschauerinnen und Zuschauer - so soll die Auseinandersetzung laufen. Und nach dem Slogan: Klar. Kantig. Kontrovers.
[mehr zu: Klar. Kantig. Kontrovers.]
Sendezeit
Montags, 23.00 Uhr im SWR Fernsehen
Wiederholungen: Dienstags, 00:00 Uhr in Tagesschau24